{"id":67,"date":"2020-02-25T19:09:30","date_gmt":"2020-02-25T18:09:30","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.p545203.webspaceconfig.de\/?page_id=67"},"modified":"2026-03-02T19:03:23","modified_gmt":"2026-03-02T18:03:23","slug":"kunstmuseum","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kunststiftung-hohenkarpfen.de\/?page_id=67","title":{"rendered":"Kunstmuseum"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Kunstmuseum Hohenkarpfen &#8211; vier Jahrzehnte Ausstellungen zur Kunst des deutschen S\u00fcdwestens<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Kunstmuseum Hohenkarpfen liegt auf halber H\u00f6he des gleichnamigen Bergs inmitten der idyllischen Landschaft des \u201eKarpfener L\u00e4ndchens\u201c am Rand der schw\u00e4bischen Ostbaar. Das Museum der Kunststiftung Hohenkarpfen gilt als ein Kleinod unter den Museen der Region. Tr\u00e4ger des Kunstmuseums ist die Kunststiftung Hohenkarpfen e. V. (Kunstverein Schwarzwald-Baar-Heuberg). Die Mitgliedschaft steht allen Interessierten offen, die zu einer  breiten Abst\u00fctzung des Museums in der \u00d6ffentlichkeit beitragen m\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Hohe Karpfen ist mit 912 Metern H\u00f6he ein beliebtes Wanderziel bei Hausen ob Verena im Landkreis Tuttlingen. Der Zeugenberg steigt in anmutiger Kegelform aus dem Braunjura auf und tr\u00e4gt eine Kappe aus Wei\u00dfjura Malm \u03b2. Er ist das \u00e4lteste Naturschutzgebiet W\u00fcrttembergs und heute umgeben von einem Landschaftsschutzgebiet. An der s\u00fcdlichen Bergflanke liegt das Hofgut Hohenkarpfen, ein ehemaliger Meierhof der altw\u00fcrttembergischen Herrschaft Karpfen.  Seit 1986 beherbergt das denkmalgesch\u00fctzte \u00d6konomiegeb\u00e4ude das inzwischen \u00fcber die Landesgrenzen hinaus bekannte regionale Kunstmuseum Hohenkarpfen. Durch seine au\u00dfergew\u00f6hnliche Lage sensibilisiert das Museum den Blick des Besuchers f\u00fcr das Kunstsch\u00f6ne wie f\u00fcr das Natursch\u00f6ne, f\u00fcr die umgebende Landschaft und Natur, die auf angelegten Spazier- und Wanderwegen erlebt werden kann. <\/p>\n\n\n\n<p>In Ausstellungen und Publikationen widmet sich die Kunststiftung Hohenkarpfen der breitgef\u00e4cherten Aufarbeitung kunsthistorischer Str\u00f6mungen des 19. und 20. Jahrhunderts und insbesondere der s\u00fcddeutschen Landschaftsmalerei. Durch die Ausstellungen, die j\u00e4hrlich bis zu 5.000 Besucher anziehen, hat sich die Kunststiftung Hohenkarpfen einen \u00fcber die Region hinausreichenden Ruf als kunstwissenschaftliches Ausstellungsinstitut erarbeitet. Seit dem Jahr 2002 erscheinen die Ausstellungskataloge der Kunststiftung in einheitlichem Erscheinungsbild als eigene Buchreihe.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Kunstmuseum Hohenkarpfen wurde in den vier Jahrzehnten seines Bestehens von bislang sechs Kustodinnen und Kustoden gepr\u00e4gt. Auf den ersten Kustos, den Historiker und Germanisten Christoph Frenck (1986), folgte Dr. Andreas Zoller (1987-1994). Von 1994 bis 2001 leitete Isabel Gr\u00fcner das Museum und nach ihr Gabriele Brugger (2001-2007). Nach zehn Jahren \u00fcbergab Dr. Stefan Borchardt (2007-2016) das Amt des Stiftungskustoden an den Kunsthistoriker Mark R. Hesslinger (2017-2026).<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgestellt wurden u. a.:<\/p>\n\n\n\n<p>Wilhelm Friedrich Gmelin (1760-1820), Wilhelm Leibl (1844-1900), Emil Lugo (1840-1902), Anton Braith (1836-1905), Hermann Pleuer (1863-1911), Hermann Stenner (1891-1914), Albert Weisgerber (1878-1915), Gustav Kampmann (1859-1917), Albert Kappis (1836-1918), Hans Thoma (1839-1924), Karl Biese (1863-1926), Josef Wopfner (1843-1927), Christian Landenberger (1862-1927), Philipp Bauknecht (1884-1933), Adolf H\u00f6lzel (1853-1934), August Babberger (1885-1936), Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), Julius Exter (1863-1939), Hans Sturzenegger (1875-1943), Rudolf Levy (1875-1944), P. Willibrord Jan Verkade OSB (1868-1946), Hugo Troendle (1882-1955),  Rudolf Schlichter (1890-1955), Karl Caspar (1879-1956), Fritz Steisslinger (1891-1957), Fritz Lang (1877-1961), Maria Caspar-Filser (1878-1968), Wilhelm Geyer (1900-1968), Hans F\u00e4hnle (1903-1968), Otto Dix (1891-1969), Ida Kerkovius (1879-1970), Erich Heckel (1883-1970), Julius Herburger (1900-1973), Werner Rohland (1899-1974), Carl Roesch (1884-1979), HAP Grieshaber (1909-1981), Peter Jakob Schober (1897-1983), Jakob Br\u00e4ckle (1897-1987), Alfred Wais (1905-1988), Erwin Henning (1901-1993), August Babberger (1885 &#8211; 1936), Wolfgang Henning (<em>1946), <\/em>Horst Antes (1936), Franz Bucher (1928-1995), Isa Dahl (<em>1965), <\/em>Kalin Lindena (1977) Emil Kiess (geb. 1930) und Anselm Kiefer (geb. 1945).<\/p>\n\n\n\n<p>In der Geschichte des Kunstmuseums Hohenkarpfen z\u00e4hlen zu den glanzvollen H\u00f6hepunkten zahlreiche Ausstellungen, die zum Teil in Kooperation mit regionalen und \u00fcberregionalen Museen, mit den St\u00e4dten und Landkreisen der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg und mit den benachbarten Kantonen realisiert wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00dcberblicksausstellung \u201eS\u00fcdwestdeutsche Kunst zwischen Tradition und Moderne 1914-1945\u201c leistete 1993 erstmals eine Zusammenfassung ma\u00dfgeblicher k\u00fcnstlerischer Positionen dieser Zeitspanne. Im Austausch mit der im Kunstmuseum Hohenkarpfen gezeigten Ausstellung \u201eMalerei der zwanziger und drei\u00dfiger Jahre in Sachsen\u201c war sie auch im Albertinum in Dresden zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>In drei Doppelausstellungen zeigte das Forschungs- und Dokumentationsprojekt zur Bernsteinschule 1994 bis 1996 eine der bemerkenswertesten Bildungseinrichtungen der Nachkriegszeit. Die Bernsteinschule wurde 1946 von Paul K\u00e4lberer auf dem Hofgut Bernstein in der N\u00e4he von Sulz am Neckar gegr\u00fcndet und ma\u00dfgeblich von HAP Grieshaber gepr\u00e4gt. In der franz\u00f6sischen Besatzungszone diente sie bis 1952 als Akademieersatz. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eS\u00fcdwestdeutsche Maler in Paris\u201c lautete im Jahr 2000 der Titel der Ausstellung, die mit Werken der sechs ausgew\u00e4hlten K\u00fcnstlern Otto Laible, Rudolf Levy, Hans Purrmann, William Straube, Albert Weisgerber und Emil Rudolf Wei\u00df einen reizvollen Einblick in die regional\/\u00fcberregionale Kunstgeschichte um 1900 gab. Die Einfl\u00fcsse der in Paris zu dieser Zeit virulenten Kunststr\u00f6mungen auf die Malerei der s\u00fcdwestdeutschen K\u00fcnstler lie\u00df sich anschaulich vermitteln. <\/p>\n\n\n\n<p>Kostbare Zeichnungen und Radierungen von Wilhelm Leibl waren 2004 das Herzst\u00fcck der Ausstellung \u201eInspiration Ammersee\u201c mit Werken von zwanzig K\u00fcnstlern, die sich von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Jahrhundertwende von der Landschaft des M\u00fcnchner Umlandes inspirieren lie\u00dfen. Die Landschaft des bayerischen Oberlandes zwischen dem Bayerischen Wald und dem Allg\u00e4u war 2008 Gegenstand der Ausstellung \u201eVor den Alpen. Malerei der M\u00fcnchner Schule\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr als 150 Exponate, Gem\u00e4lde und Graphiken, wurden 2005 f\u00fcr die Ausstellung \u201eLandschaft im Fluss\u201c zusammengetragen, die das Landschaftsbild der Oberen Donau aus f\u00fcnf Jahrhunderten pr\u00e4sentierte. 2009 entfaltete die Ausstellung \u201eK\u00fcnstlerfreunde am Hochrhein\u201c den lebendigen Zusammenhang des Kunstlebens beiderseits des Hochrheins an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert mit K\u00fcnstlern wie Hans Sturzenegger, Hans Br\u00fchlmann und Ernst W\u00fcrtenberger. 2011 thematisierte die Ausstellung \u201eDer obere Neckar\u201c Bilder einer Landschaft zwischen den H\u00f6henz\u00fcgen des Schwarzwalds und der Schw\u00e4bischen Alb.<\/p>\n\n\n\n<p>Internationale Beachtung fand die Ausstellung \u201eP. Willibrord Jan Verkade \u2013 K\u00fcnstler und M\u00f6nch\u201c, die gemeinsam mit der Erzabtei St. Martin zu Beuron 2007 veranstaltet wurde. Es war die bisher umfassendste Ausstellung zum Werk des weltl\u00e4ufigen Malerm\u00f6nchs, der als singul\u00e4re Gestalt in der europ\u00e4ischen Kunst der Moderne auftrat. Mit Gauguin bekannt und Mitglied der K\u00fcnstlergruppe der Nabis, wurde er Malerm\u00f6nch in der Kunstschule der Abtei Beuron im oberen Donautal.<\/p>\n\n\n\n<p>2016 zeigte die Ausstellung \u201eVon Courbet zu Schuch. Realismus und reine Malerei\u201c eine Zusammenschau der Werke von Gustave Courbet und Carl Schuch im Kreis der Malerkollegen. Sie beleuchtete ein bedeutendes Kapitel der deutsch-franz\u00f6sischen Kunstgeschichte und demonstrierte die faszinierende Verwandlung des Realismus in reine Malerei.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen repr\u00e4sentativen Querschnitt durch das umfangreiche Gesamtwerk des K\u00fcnstlers zeigte 2019 die Ausstellung \u201eIdylle und Apokalypse \u2013 Rudolf Schlichters Landschaften\u201c. Erstmals wurde Rudolf Schlichter als Landschaftsmaler in den Fokus genommen. Er gilt neben George Grosz und Otto Dix als einer der bedeutenden Vertreter des veristischen Fl\u00fcgels der Neuen Sachlichkeit, zu deren Kernbestand seine Portr\u00e4ts, Stadt- und Milieuszenen geh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Jahre der Corona-Pandemie zeigte das Kunstmuseum Hohenkarpfen zwei besonders erfolgreiche Ausstellungen \u00fcber den schw\u00e4bischen Impressionisten Christian Landenberger \u201eLandschaftsimpressionen und Figurenkompositionen\u201c (2020) und \u00fcber den als aufsteigender Stern der Avantgarde jung im Ersten Weltkrieg gefallenen Hermann Stenner \u201eSehnsucht nach Natur\u201c (2021).<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den H\u00f6hepunkten unter den j\u00fcngsten Ausstellungen z\u00e4hlt \u201eHans Thoma: Sommerlandschaft mit Storch &#8211; Spuren eines K\u00fcnstlerlebens\u201c (2023), in der Kustos Mark R. Hesslinger ein wieder entdecktes Hauptwerk Hans Thomas, dessen neu erforschte Geschichte als mutma\u00dfliche Raubkunst und die nach der Ausstellung erfolgte, von der Kunststiftung Hohenkarpfen ausgehende Restitution thematisierte. Ebenso gro\u00dfen Erfolg hatte seine Ausstellung \u201eErinnerung an das Sch\u00f6ne &#8211; S\u00fcddeutsche K\u00fcnstler in der Villa Massimo in Rom\u201c (2023), die die Gratwanderung zwischen Natur und Abstraktion in der Landschaftsmalerei des 20. Jahrhunderts anhand der Werke s\u00fcddeutscher K\u00fcnstler, die sich als Stipendiaten in der Villa Massimo in Rom und in der Casa Baldi in Olevano Romano unter dem Aspekt der Natur- und Landschaftsdarstellung mit Kunst und Natur Italiens auseinandergesetzt haben, zeigte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2024 kuratierte Mark R. Hesslinger die Ausstellungen &#8222;Hermann Pleuer &#8211; Industrie und Landschaft im schw\u00e4bischen Impressionismus&#8220; (2024) und &#8222;Maler und Alpinisten &#8211; Fels und Gebirge in Malerei und Zeichnung&#8220; (2024). Ausstellung und Katalog &#8222;Grand Tour: Thomas Burton Watkin Forster &#8211; Ein viktorianischer Landschaftsmaler&#8220; (2025) zeigten erstmals museal Leben und Werk des bislang nahezu unbekannten englischen Sp\u00e4tromantikers Forster. Ein wesentlicher Teil seines Werks entstand auf der Grand Tour in der Schweiz und in Rom.<\/p>\n\n\n\n<p>Die neueste Ausstellung &#8222;Villa Romana &#8211; Positionen zu Figur und Natur&#8220; (29. 3. bis 12. 7. 2026), kuratiert von Dr. Andreas Zoller, schlie\u00dft sich an die &#8222;Villa Massimo-Ausstellung&#8220; (2023) an und zeigt exquisite Exponate von K\u00fcnstlern aus dem deutschen S\u00fcdwesten mit Beziehung zur Villa Romana in Florenz. Durch die Auswahl von K\u00fcnstlern seit der Gr\u00fcndung des &#8222;K\u00fcnstlerhauses&#8220; 1905 bis zur Gegenwart dokumentiert sie anhand exemplarischer Werke, davon mehr als die H\u00e4lfte in Florenz entstanden, die Kunststr\u00f6mungen in Deutschland in den letzten 120 Jahren. Sie stellt damit auch eine Br\u00fccke zum Verst\u00e4ndnis moderner Kunststr\u00f6mungen dar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kunstmuseum Hohenkarpfen &#8211; vier Jahrzehnte Ausstellungen zur Kunst des deutschen S\u00fcdwestens Das Kunstmuseum Hohenkarpfen liegt auf halber H\u00f6he des gleichnamigen Bergs inmitten der idyllischen Landschaft des \u201eKarpfener L\u00e4ndchens\u201c am Rand der schw\u00e4bischen Ostbaar. Das Museum der Kunststiftung Hohenkarpfen gilt als ein Kleinod unter den Museen der Region. 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