{"id":89,"date":"2020-02-25T19:13:19","date_gmt":"2020-02-25T18:13:19","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.p545203.webspaceconfig.de\/?page_id=89"},"modified":"2022-08-11T18:38:48","modified_gmt":"2022-08-11T16:38:48","slug":"landschaftsmalerei","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kunststiftung-hohenkarpfen.de\/?page_id=89","title":{"rendered":"Landschaftsmalerei"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">EUGEN GRADMANN: DIE LANDSCHAFTSMALER<\/h3>\n\n\n\n<p>W\u00fcrttemberg ist ein malerisches Land, nicht nur im \u00e4lteren, sondern auch im heutigen Sinne des Wortes, d. h. nicht nur reich an romantischen Ansichten, sondern auch an Charakter- und Stimmungslandschaften, im Neckarbecken und fr\u00e4nkischen Muschelkalkland mit seinen idyllischen T\u00e4lern, im Albvorland und in den T\u00e4lern und auf der Hochfl\u00e4che der Alb, im oberschw\u00e4bischen Alpenvorland mit seinen Mooren, am Bodensee und auf dem Schwarzwald, selbst auf den Fildern und im G\u00e4u. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p><a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/diestuttgarterku00baumuoft\/page\/n12\/mode\/2up\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"\ufffc (\u00f6ffnet in neuem Tab)\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"300\" height=\"405\" class=\"wp-image-142\" style=\"width: 150px;\" src=\"http:\/\/wordpress.p545203.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Landschaftsmalerei-1.jpg\" alt=\" &quot;Die Stuttgarter Kunst der Gegenwart&quot; in der University of Toronto - Robarts Library\" srcset=\"https:\/\/www.kunststiftung-hohenkarpfen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Landschaftsmalerei-1.jpg 300w, https:\/\/www.kunststiftung-hohenkarpfen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Landschaftsmalerei-1-222x300.jpg 222w\" sizes=\"(max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><\/a><\/p><p>&#8222;Die Stuttgarter Kunst der Gegenwart&#8220; in der University of Toronto &#8211; Robarts Library<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Und die Schwaben haben seit der Zeit der Romantik und der schw\u00e4bischen Dichterschule eine starke Vorliebe f\u00fcr die Landschaftsmalerei; nicht nur die Kunstfreunde, was sich leicht begreift, da die Landschaft dem Dilettantismus und dem auf die Naturwahrheit gerichteten Laienurteil am leichtesten zug\u00e4nglich und zum neutralen Zimmerschmuck geeignet ist, sondern auch die K\u00fcnstler. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr eingefleischte Schwaben ist es ausgemacht, da\u00df ein schw\u00e4bischer Landschaftsmaler sein Bestes immer bei der schw\u00e4bischen Landschaft g\u00e4be. Sie finden den Beweis zum Beispiel bei Reiniger und selbst bei Sch\u00f6nleber, wenn Sie ihre italienischen Landschaften mit den heimischen vergleichen. Die Maler sagen ja auch selbst, da\u00df sie sich in eine Landschaft erst einleben m\u00fcssen; und es mag wohl sein, da\u00df die Poesie der Jugendeindr\u00fccke durch nichts ersetzt werden kann. Doch gl\u00fccklicherweise ist des Deutschen Vaterland nicht so klein. Gerade eingewanderte K\u00fcnstler wie Hollenberg haben uns die Eigenart und Sch\u00f6nheit unserer Heimat oft in neuer und ergreifender Weise vor Augen gestellt. Kalckreuths \u201eWaldenburg\u201c in unserer Staatsgalerie ist mit seinem eigenartig behandelten Baumschlag in ehrlichem Gr\u00fcn solch ein Bild. Und wieder H\u00f6lzels \u201eBebenhausen\u201c. Von Kalckreuth ist zum Beispiel die schw\u00e4bische, jetzt in M\u00fcnchen lebende Landschaftsmalerin Maria Caspar-Filser angeregt worden. Robert Poetzelberger gibt mit Vorliebe Stadt- und Landschaftsbilder, die von oben gesehen und wohl sogar ganz ohne Himmel sind; ein fr\u00e4nkisches Flu\u00dftal (bei Rothenburg), ein schw\u00e4bisches St\u00e4dtchen am Bodensee; mit einer zeichnerisch-malerischen Feinheit, die nur bei Sch\u00f6nleber ihresgleichen findet. Und sein \u201eFlu\u00dftal\u201c ist wegen der innigen Auffassung des Idyllischen mit Thomas Landschaften verglichen worden. Der \u00d6sterreicher tut es also jedem Schwaben gleich. <\/p>\n\n\n\n<p>Oft ist in Ausstellungsberichten zu lesen, da\u00df die schw\u00e4bische Malerei den wohltuenden Eindruck der Naturfrische mache, einer Unbefangenheit, deren Gegenteil bezeichnet wird als \u201eAusstellungsmalerei\u201c. Das gilt vor allem von der Landschaftsmalerei und ist sicherlich zum Teil auf den Eindruck von Otto Reinigers Fr\u00fchwerken zur\u00fcckzuf\u00fchren. Aber auch auf andere schw\u00e4bische K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeiten pa\u00dft es wie angegossen, auf Kornbeck und auf mehr als einen von den Jungen; doch ebensogut freilich auch auf Kalckreuth. Gut schw\u00e4bisch ist es sicherlich; entsprechend der schw\u00e4bischen Lyrik, die ihre Frische dem Volkslied und der naiven, noch vom ganzen Volke gesprochenen Mundart verdankt. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Schwaben haben vor allem einen lyrischen Zug, den sie nicht unterdr\u00fccken k\u00f6nnen. Selbst in der Zeit des Naturalismus haben ausgezeichnete Maler wie Pleuer, Haug, Landenberger, Speyer sich einmal oder mehrmals im Gegenstand und Titel ausdr\u00fccklich dazu bekannt. Es hat ihnen vielleicht in der ausw\u00e4rtigen Kritik einmal geschadet. Das schw\u00e4bische Volk liebte sie darum nur um so mehr und l\u00e4\u00dft sich die \u00dcberzeugung nicht nehmen, da\u00df ihre Malerei deshalb nicht schlechter sei. <\/p>\n\n\n\n<p>Landschaftsmaler, die aus Schwaben stammen und schon ganz der Geschichte angeh\u00f6ren, sind: Jakob Gauermann (1773\u20141843); Gottlob Friedrich Steinkopf (1779\u20141860); Friedrich D\u00f6rr von T\u00fcbingen (1782\u20141841); Christoph Rist in Augsburg (1790\u20141860); Louis Mayer (1791\u20141843); Karl Heinzmann (1795\u20141846). Diese s\u00e4mtlich Vertreter der romantisch-klassizistischen, historischen Landschaftsmalerei. <\/p>\n\n\n\n<p>Dann die Romantiker und Anh\u00e4nger der Neurenaissance in der Malerei: Hermann Herdtle (1819\u20141889); Gustav Herdtle (geb. 1835); Karl Ebert (1821\u20141885); Friedrich Salzer (1827\u20141863); Theodor Sch\u00fcz (1830\u20141900); Gustav Clo\u00df (1840\u20141870); Ernst Reiniger (1841\u20141873); Gustav Conz. <\/p>\n\n\n\n<p>Eingewanderte, die an der schw\u00e4bischen Landschaftsmalerei teilnahmen, waren: der Berliner Adolf Friedr. Harper (i725\u20141806, hier 1756\u20141798); Joh. Friedr. Steinkopf aus Oppenheim (1737\u20141825), der Vater und Lehrer des ber\u00fchmten Landschaftsmalers; Joh. Jak. ,,M\u00fcller von Riga\u201c (1765\u2014J83i); Heinrich Funk von Herford in Westfalen (1809\u20141877); Pieter Francis Peters aus Nymwegen (1818\u20141903); Fr. X. Riedm\u00fciler aus Konstanz (1829\u20141901); Karl Ludwig aus R\u00f6mhild (1839\u20141901, hier 1877\u20141880). <\/p>\n\n\n\n<p>Auch Figurenmaler, Meister des Sittenbildes, haben die Landschaftsmalerei gef\u00f6rdert. So Jakob Gr\u00fcnenwald (1821\u20141896), der Sch\u00fcler Nehers und Dietrichs und Lehrer mehrerer angesehener Landschaftsmaler, und Karl H\u00e4berlin (1832\u20141911), von dem dasselbe gilt. So auch die Tiermaler Anton Braith (1836\u20141905); Hermann Baisch (1846\u20141894, hier 1872\u20141880) und sein Bruder Otto (1840\u20141892), die beiden Mali, Johann (1828\u20141865) und Christian (1832\u20141906). <\/p>\n\n\n\n<p>Hier sind ferner die Architekturmaler einzureihen wie Gustav Bauernfeind (1848\u20141905) und Adolf Treidler (1846 1905); und die besseren Ansichtenzeichner und Aquarellisten, die Originalradierer und Lithographen. Durch k\u00fcnstlerische Wiedergabe vaterl\u00e4ndischer Ansichten haben Viktor Heideloff (i757\u20141817), Friedr. Aug. Seyffer (1774\u20141845), Karl Friedr. Seubert (1780 bis 1859), K. Obach (1807\u20141865), Eberh. Emminger (1808\u20141885), Robert Ebner, W\u00f6lfle, O. Braungart, Herm. Genter und manche andere dauernden Wert behauptet. So auch Max Bach (geb. 1841), der zugleich als Kunstschriftsteller t\u00e4tig ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Zu Harpers Zeit war die Landschaftsmalerei noch dekorativen Zwecken dienstbar. Der Landschaftsmaler war am Hofe Herzog Karls zugleich Theatermaler und verpflichtet, dem Historienmaler Guibal bei der Luft, den Blumen und den Fruchtgewinden zu helfen. Als T\u00fcraufsatzf\u00fcllungen malte er, den Goethe den ,,geborenen Landschafter\u201c nennt und der in Italien den Unterricht des ber\u00fchmten Landschaftsmalers Wilson genossen hatte, seine italienischen ,,Veduten\u201c, r\u00f6mische Ruinen, Br\u00fccken und dergleichen, in romantisch-klassischem Geschmack und noch in der sicheren Technik des Rokoko, in braunen oder bunten T\u00f6nen mit manieriertem Baumschlag und flotter Staffage. Er war in der Karlsschule der Lehrer des Tirolers Koch, der freilich, wie bekannt, dieser Schule entwich. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Begr\u00fcnder der schw\u00e4bischen Landschaftsmalerei ist G. Fr. Steinkopf. <\/h3>\n\n\n\n<p>Steinkopf, als Maler hier von seinem Vater und in Wien an der Akademie ausgebildet, schlo\u00df sich in Rom an J. A. Koch und Reinhart, Schick und W\u00e4chter an. Sie f\u00fchlten sich als Deutsche im Sinn der Romantiker, kamen aber von der \u00dcberlieferung der klassizistischen franz\u00f6sischen Kunst nicht los. Die Landschaftsmaler wagten zuerst den Ritt ins romantische Land, zun\u00e4chst nat\u00fcrlich nur ins Gegenst\u00e4ndliche. Deutsche Landschaften, stilisiert in der Art von Claude Lorrain und Poussin, sch\u00f6n komponiert, in edlen Linien gezeichnet und gelungen in der Raumwirkung wie in der sonnigen Luft, belebt von braven und zufriedenen Landleuten, aber doch uns anmutend wie eine B\u00fchnenszene, besonders im Baumschlag, und in der Farbe nur wie kolorierte Zeichnung, Malerei aus der Erinnerung, die \u00fcber eine allgemeine Wahrheit oder Wahrscheinlichkeit der Farbengebung nicht hinauskam. In der Natur wurde damals fast nur gezeichnet, gemalt wurde in der Werkstatt. Darum lebt Steinkopf f\u00fcr uns mehr in den lithographierten Bl\u00e4ttern nach seinen Gem\u00e4lden, namentlich \u201eRosenstein\u201c und \u201eRoter Berg\u201c (Wirtenberg), letzteres mutet uns an wie ein vorweggenommenes Idyll von Sch\u00fcz. Bezeichnend durch die Wahl des Gegenstandes ist auch das Bild \u201eEin schw\u00e4bischer Fr\u00fchling\u201c (im Besitz des K\u00f6niglichen Hauses, 1839). Steinkopf ist als Professor und Direktor der hiesigen Kunstschule der grundlegende Lehrer von Karl Ebert, Hermann Herdtle und Th. Sch\u00fcz gewesen. Lange hat sich die ganze Ansichtenzeichnerei in Schwaben an seinen Stil gehalten. <\/p>\n\n\n\n<p>Funk, ein Sch\u00fcler und Genosse Schirmers und Lessings, Professor hier 1854\u20141876, hat in der deutschen Jahrhundertausstellung (1904) seinen Platz neben den bedeutendsten Meistern der Landschaft behauptet. Seine Bilder vom Rhein, von der Eifel, aus den Alpen und Voralpen wirken vornehm und bedeutend; ihre Stimmung, meist ernst, liegt nicht nur im gro\u00df erfa\u00dften Charakter der landschaftlichen Formen, sondern auch schon, wenigstens angedeutet auf eine Art, die fein, wie bewu\u00dfte Zur\u00fcckhaltung wirkt, in der Farbe. Eichenb\u00e4ume und sturmgepeitschte Wipfel sind beliebte Requisiten dieser heroischen Landschaftsmalerei. Sch\u00fcler von ihm waren Gustav Clo\u00df, Ernst Reiniger und Albert Kappis. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein Sch\u00fcler Schirmers war auch Fr. X. Riedm\u00fcller aus Konstanz, der seit 1868 hier lebte. Den \u00e4lteren Besuchern des Kunstvereins sind von ihm namentlich gef\u00e4llige Aquarelle und Kreidezeichnungen erinnerlich, die meist Partien vom Bodensee oder Waldpartien darstellten. <\/p>\n\n\n\n<p>Funks Nachfolger, der Meininger Karl Ludwig aus der Pilotyschule, war ebenfalls ein ausgezeichneter Landschafter, Calames deutscher Nebenbuhler, wirkte aber nur drei Jahre hier (1877\u20141880.) Ein Meister der Zeichnung und der Farbe, die er so recht \u00f6lfarbenm\u00e4\u00dfig behandelt, schmelzend, leuchtend, tief und satt. Vielbewandert, gab er auch in seinen Bildern alles, was den Wanderer in der Landschaft freut: sch\u00f6ne Gegenden aus dem Hoch- und deutschen Mittelgebirge, saftiges Gr\u00fcn, Sonne und Wolkenschatten, wodurch die gutgemalten pittoresken Gegenst\u00e4nde mit Licht und Schatten in Wirkung gesetzt werden. Es ist, im Vergleich zur sp\u00e4teren Stimmungsmalerei, vollendete Portr\u00e4tlandschafterei und Detailmalerei. Zu seinen Sch\u00fclern z\u00e4hlt Hermann Dr\u00fcck. <\/p>\n\n\n\n<p>Jakob Gr\u00fcnenwald (Professor 1877\u20141896) malte auch Landschaften in der Art der Pilotysch\u00fcler, er besonders schwer und meist auch tr\u00fcb in der Farbe. Baisch, Braith und Mali vertreten mit Ludwig, Clo\u00df, E. Reiniger die farbenfrohe, illustrativ bunte, oft s\u00fc\u00dfliche Malerei der Neurenaissance, die nach heutigem Empfinden die beherrschende Stimmungdurch Luft und Licht und manchmal die schlichte Wahrheit und den tiefen Ernst der Natur vermissen l\u00e4\u00dft. Aber die k\u00f6rperliche Landschaft, wie sie sich bei klarer Luft im hellen Licht der Sommersonne darstellt, haben sie schon in vollkommener Weise wiedergegeben. Ihr Fehler war auch wohl, da\u00df sie zuviel des Malerischen oder vielmehr Zeichnerischen, zuviel Mannigfaltigkeit des Gegenst\u00e4ndlichen ins Bild brachten und es in den Formen steigerten. <\/p>\n\n\n\n<p>Theodor Sch\u00fcz, ein schw\u00e4bischer Pfarrerssohn, Sch\u00fcler Steinkopfs und Pilotys und D\u00fcsseldorfer Genremaler, gilt noch heute vielen als der echteste Maler schw\u00e4bischer Landschaft und Sitte, besonders wegen des lyrischen, den Volkston treffenden Anklanges seiner Kunst. Gem\u00fctvoller als er schildert sie keiner. Auch der Humor fehlt ihm nicht, etwas von der schalkhaften Anmut und inneren \u00dcberlegenheit M\u00f6rikes. Seine Poesie ist freilich manchmal sentimental nach D\u00fcsseldorfer Art, die auch den Schwaben zusagte und heute noch vielfach zusagt. Er ist ein besserer Maler als Ludwig Richter, doch ein minderer als Spitzweg. Sch\u00fcz ist gewohnt, im Bilde zu erz\u00e4hlen und liebt es, die Natur als Sinnbild des Menschenlebens zu deuten. So arbeitet er mit symbolischen Einzelheiten, die man sozusagen lesen mu\u00df, und kann sich nicht genugtun in der Anh\u00e4ufung bedeutungsvoller Nebenepisoden im Vordergrund und Mittelgrund. Ihnen opfert der Maler sogar das Gleichgewicht der Komposition, die Klarheit des Raumeindrucks und die Richtigkeit der Gel\u00e4ndezeichnung. Dennoch gibt er schw\u00e4bische Charakterlandschaften so wahr und innig wie keiner vor ihm. Er hat zuerst das Bild der Albkette in schlichter Sch\u00f6nheit dargestellt und den Zauber des Vorfr\u00fchlings, den Uhland besungen, in Wald und Feld malerisch erfa\u00dft; er auch zuerst das Wunder der Obstbaumbl\u00fcte, das Schwabens Stolz und Wonne ist. In manchen seiner Sitten- und Gesellschaftsbildern ist die Natur gar zu sch\u00f6n, die Baumgestalten alle nach dem Geschmack der damaligen Landschaftsmalerei so \u00fcppig, da\u00df man ans Theater erinnert wird; in anderen, vornehmlich in seinen reinen Landschaftsbildern, gibt er treu und fein den Natureindruck wieder. Auf seinem Hauptwerk, der \u201eMittagsruhe in der Ernte\u201c (1861, Staatsgalerie), zeigte er einen merkw\u00fcrdigen Anlauf zum Kolorismus der Freilichtmalerei. Auf den Gesichtern der Hauptgruppe im Schatten des Apfelbaumes liegt ein gr\u00fcner Schimmer, die Lichter sind rot und die Schatten violett. Und mit welcher Liebe ist der gro\u00dfe Apfelbaum zeichnerisch und malerisch ausgef\u00fchrt. Die Photographie arbeitet nicht genauer. Von den Malern kann das heute nur noch Kornbeck. Und ebenso das Landschaftspanorama im Hintergrund (mit Herrenberg). Das sch\u00f6nste ist aber doch auch hier noch der ansprechende Gegenstand und die gem\u00fctvolle Beseelung des Fig\u00fcrlichen. <\/p>\n\n\n\n<p>Peters, der holl\u00e4ndische Landschaftsmaler auf schw\u00e4bischem Boden, war noch in den guten \u00dcberlieferungen der holl\u00e4ndischen Malerei aufgewachsen. Durch mehr als ein halbes Jahrhundert hat er in Schwaben gemalt, sehr fruchtbar und gesch\u00e4ftsgewandt, so da\u00df ein fl\u00fcchtiger Manierismus nicht ausbleiben konnte. Seine besten Bilder reichen immerhin an Schleich, den Vater der intimen und koloristischen deutschen Landschaftsmalerei, heran. Viele geh\u00f6ren aber der Gattung der beschreibenden Malerei an, Ansichten aus den Alpen, Kufstein, Rheintal, und aus Schwaben, namentlich der K\u00f6ngener Gegend. Seinen meisten sp\u00e4teren Bildern fehlt die Farbigkeit, abgesehen etwa vom blauen Himmel. Erde, Laub und Wasser schwimmen in einem warmen, d\u00fcnnen Braun. <\/p>\n\n\n\n<p>Zwei hochbegabte K\u00fcnstler aus Stuttgart, die gegen 1870 in M\u00fcnchen lebten und beide jung starben, zeigen unter sich eine nahe Verwandtschaft in ihren Landschaftsbildern: Gustav Clo\u00df (geb. 1840) und Ernst Reiniger (geb. 1843). Aus Funks Schule hervorgegangen, kamen sie in M\u00fcnchen unter den Einflu\u00df Pilotys und Schleichs, wanderten dann in Italien und malten italienische und deutsche Landschaften, Romantik im Gewand der Renaissance, mit \u00dcbertragung der hesperischen \u00dcppigkeit auf deutsche Landschaften. Ernst Reiniger erscheint nach Veranlagung und Schicksal als merkw\u00fcrdiger Vorl\u00e4ufer und Doppelg\u00e4nger seines Vetters Otto Reiniger. <\/p>\n\n\n\n<p>Ludwigs Nachfolger, Albert Kappis (geb. in Wildberg 1836, Professor hier 1880\u20141905), ist der fruchtbarste und im Gegenst\u00e4nde mannigfaltigste der schw\u00e4bischen Landschaftsmaler, eine echt schw\u00e4bische Poetennatur, aber auch ein Maler von Qualit\u00e4ten, der in einem langen, flei\u00dfigen und gl\u00fccklichen Leben die Entwicklung der Landschaftsmalerei von Funk, seinem Lehrer, bis auf Reiniger, seinen ehemaligen Sch\u00fcler, mitgemacht hat. In M\u00fcnchen, wo er besonders den Einflu\u00df Liers erfahren zu haben scheint, in D\u00fcsseldorf, wo ihn das poetische Sittenbild anziehen mu\u00dfte, und auf Studienreisen nach D\u00fcsseldorf, Holland, Belgien und Paris weiter ausgebildet, lie\u00df er sich in M\u00fcnchen nieder und folgte schlie\u00dflich einem Ruf nach Stuttgart, wo er der Lehrer aller tonangebenden schw\u00e4bischen Maler von heute wurde. Gleich Sch\u00fcz, dem er verwandt erscheint wie kein zweiter, ging er vom Sittenbild aus, und zwar vom Arbeitsleben des schw\u00e4bischen Landvolkes. So schildert er die Schafschur, Heuet und Ernte, Obstmosterei, Weinlese und Kelterei, Kartoffelernte, Dreschen auf der Tenne und mit der Dreschmaschine (1879) und Putzm\u00fchle, das Hanfbrechen und Linnenbleichen, den Bauernhof mit Schweinen und Gefl\u00fcgel, die M\u00fchle, das Leben auf der Dorfgasse vor dem Wirtshaus. Dann Fischerszenen von den Seen des Voralpenlandes und sp\u00e4ter vom Meer im S\u00fcden und im Norden; den Fischmarkt von Augsburg und von Venedig, die Fischr\u00f6sterei, die l\u00e4ndliche Schiffswerft. So wird er zum Landschafts- und Seemaler. Seine Sittenbilder haben gegenst\u00e4ndlich gro\u00dfen Reiz und auch kulturgeschichtlichen Wert, weil sie mit herzlicher Liebe zur Sache studiert und humorvoll ausstaffiert sind. Die Bilder aus den Keltern von Rohracker und G\u00fcglingen und vor der Gundelsheimer Kelter (1877, Museum Bonn) werden sp\u00e4ter einmal, wenn die letzte h\u00f6lzerne Kelterpresse verschwunden ist, als Modelle dienen k\u00f6nnen. Die Obstmostkelterei im Schwarzwald mutet uns an wie eine Illustration zu Hermann Hesses Schilderung. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber sie sind mehr als Illustrationen; den Maler lockte immer schon das Malerische des Gegenstandes, das Halbdunkel in der Kelter, das Helldunkel der Dreschtenne, die Stimmung des Regentages oder Winterabends im Schwarzwalddorf (1881, Galerie Stuttgart), der schimmernde Duft des Herbstes, das Silberlicht des Morgens \u00fcber der Wiese, der goldige Sonnenglanz des Nachmittags auf dem Korn und Stroh und die tieft\u00f6nigen Gewitterwolken, die Sch\u00f6nheiten des Wassers und des Lichtes und der Luft dar\u00fcber. Seine St\u00e4dtebilder, die alle am Wasser liegen, am Neckar oder der Donau, an einem Binnensee oder einer nordischen oder italienischen K\u00fcste, haben echt malerische Stimmung. In der das Pittoreske steigernden Zeichnung wirken sie schon ein wenig altmodisch. Daf\u00fcr haben manche etwas von dem, was zum guten Bildnis geh\u00f6rt, den Charakter, aus dem wir ein Schicksal lesen. Das gilt auch von den historischen Landschaften Hohenstaufen (1881, Museum Rostock) und Hohenneuffen. Kappis\u2019 Kunst ist keineswegs auf das Idyllische beschr\u00e4nkt, auch das Romantische und Pathetische gelingt ihr. Rein malerisch sind die kleinen Bilder vom Erntefeld und von den deutschen Seen das Beste, was der Meister geschaffen hat; besonders auch die ganz modernen, mit verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00dfen Stimmungsfiguren in Freilichtmalerei wie die Schnitterin und der Aufbruch der Bodenseefischer (1896). Auf der H\u00f6he seiner Kraft, in den achtziger Jahren, hat er bei den gro\u00dfen Kompositionen, wie dem Hohenstaufen, auch die gro\u00dfe Form. An seinen \u00e4lteren Bildern erfreut oft gerade die Sorgfalt und Meisterschaft, womit der Vordergrund durchgebildet ist, in wirksamem Gegensatz zur duftigen Ferne oder dem durchsichtigen Himmel, ein Kornfeld, eine bl\u00fchende Wiese. Die duftige, lichtgetr\u00e4nkte Sch\u00f6nheit der Seebilder aus den neunziger Jahren, wo nur ein Kahn in k\u00f6rperlicher Schwere zwischen Wasser und Luft h\u00e4ngt, gibt keine Nachbildung wieder. Die \u201eErinnerung an K\u00f6nigsfeld\u201c (1910) ist noch ein Kabinettst\u00fcck, das jedem Jungen zur Ehre gereichte. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Schl\u00f6\u00dfchen von Oberensingen bei N\u00fcrtingen haust seit langem Julius Kornbeck (geb. 1839), ein K\u00fcnstler von schlichter Eigenart bei feiner Geistesbildung. Wie Sch\u00fcz und Kappis schildert er das schw\u00e4bische Land gern zusammen mit dem arbeitenden Landvolk, und wie die alten Meister geht er gern allen Einzelheiten nach, ein reiner Portr\u00e4tist der Landschaft. Eine gewisse Tonstimmung wird immer erreicht, nur kein moderner Kolorismus. Sein Lichtton ist im Lauf der Jahre immer w\u00e4rmer geworden. Eine beschreibende Kunst von einf\u00e4ltiger Wahrheit, feiner Beobachtung und gewinnender Herzlichkeit. Die Heuet und die Ernte im Neckartal, den frischgr\u00fcnen Fr\u00fchling und den Sommer im Albvorland, bei heiterem Himmel oder hellen Wolken, den Dorfbach im gr\u00fcnen D\u00e4mmerlicht seines Laubdachs, den Blick auf N\u00fcrtingen, den Hohenneuffen von fern und nah, Achalm und Teck, den Wasserfall von Urach, Wasser, B\u00e4ume, besonders Weiden, Korn und Gras und Heu, dazu allerlei Hausgefl\u00fcgel, Schafe, K\u00fche und Stiere, das malt er alles nach der Natur fertig bis zum letzten Blatt, mit der Freude und dem Sachverst\u00e4ndnis des Landmannes. Ein Atelier braucht er nicht. Wer ihm drau\u00dfen zusieht, darf ihm malen helfen. Sein Bildungsgang f\u00fchrte ihn aus Funks Schule nach M\u00fcnchen und D\u00fcsseldorf und auch an die gro\u00dfen modernen Kunstst\u00e4tten des Auslandes. A. Achenbach, H. Baisch, A. Braith und E. Reiniger waren seine Kameraden. Aber seine Kunst ist ganz eigenes Gew\u00e4chs; ist selbst ein St\u00fcck Natur und kann so nie veralten noch verleiden. <\/p>\n\n\n\n<p>Z\u00f6gling der hiesigen Akademie (dann von Wenglein) war auch Hermann Eichfeld (geb. 1845 Karlsruhe, fr\u00fcher Offizier), sowie Hermann Nestel, geb. in Stuttgart 1858, Sch\u00fcler von Ludwig. Er hat sp\u00e4ter an der Riviera gelebt und ist dort jung gestorben. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Stuttgarter Landschaftsmalerei der letzten 25 Jahre bildet einen H\u00f6hepunkt der deutschen Kunst. Es ist die Epoche des Impressionismus. Impressionismus ist die moderne Form des Naturalismus in der Malerei. Auch innerhalb des Impressionismus kann das Verh\u00e4ltnis von Objektivit\u00e4t und Subjektivit\u00e4t verschieden sein und sich verschieben. Eine gesunde Entwicklung f\u00fchrt von der Objektivit\u00e4t zur Subjektivit\u00e4t hin\u00fcber, im allgemeinen und beim einzelnen K\u00fcnstler. Objektivit\u00e4t f\u00fcr das Studium; subjektive, sch\u00f6pferische Freiheit f\u00fcr die Meisterjahre. Das zeigt sich besonders deutlich in der folgerichtigen Entwicklung von Reiniger und Pleuer. Diese beiden waren in W\u00fcrttemberg die F\u00fchrer und Vork\u00e4mpfer, neben ihnen Robert Haug und Friedrich Keller, bis Graf v. Kalckreuth dazukam. Pleuers Bilder wurden in M\u00fcnchen anfangs wegen des Gegenstandes zur\u00fcckgewiesen oder wieder abgeh\u00e4ngt. Reiniger wurde verspottet als ,,Ackerschollenmaler\u201c. Aber K\u00fcnstler wie B\u00f6cklin und Uhde zollten ihnen Beifall. <\/p>\n\n\n\n<p>Die hiesige Kritik, voran Alfred Freihofer, machte sich fr\u00fch zum Dolmetscher der neuen Kunst und zum Herold der genialen jungen Meister; und die w\u00fcrttembergischen Kunstfreunde waren bald stolz auf ihre Landsleute \u2014 kauften aber wenig Bilder. Heute sehen wir mit wehm\u00fctiger Freude auf die Denkm\u00e4ler dieser gesegneten Zeit. Die beiden F\u00fchrer sind dahin, vor der Zeit aufgerieben in M\u00fchen, K\u00e4mpfen und Entbehrungen. Der Naturalismus selber scheint schon wieder \u00fcberwunden. Die Jugend wendet sich anderen Idealen zu, die ihr h\u00f6her und frischer d\u00fcnken. Und die getreuen Nachfolger leiden naturgem\u00e4\u00df unter dem Schicksal, Nachfolger zu sein. Aber dem Schwabenlande bleibt der anerkannte Ruhm, den gr\u00f6\u00dften unter den deutschen Landschaftsmalern dieser Epoche hervorgebracht zu haben, den, dessen Werk in allen St\u00fccken Gr\u00f6\u00dfe hat. Diese K\u00fcnstler, denen die Natur zur Dichterseele Maleraugen gab, gingen aus, die Wahrheit suchen, und fanden Sch\u00f6nheit, wollten nur Natur und gaben dennoch Poesie. Sie wollten nur durch ihre Kunst wirken und verschm\u00e4hten alles Konventionelle, Romantische, Pittoreske, Sentimentale, Literarische, Dilettantische; alles sollte selbstempfunden, neu und eigen sein. Das Einfache reizte sie, weil es das Schwierige war. Sie waren Revolution\u00e4re in der Stoffwahl und der Technik. Die intime Landschaftsmalerei suchte in der Heimat die bescheidensten Motive, die neue Sittenmalerei hielt sich an das Allt\u00e4gliche und gab es rein malerisch, sachlich, darstellend, ohne zu erz\u00e4hlen. Der malerische Vortrag wurde Selbstzweck, ihm sollte das Bild allen Reiz verdanken. Dabei war freilich die Zeichnung immer korrekt und wohlberechnet. Die Farbe sollte so genau als m\u00f6glich dem Natureindruck entsprechen, und zwar dem Eindruck eines Augenblicks. Jeder Farbton sollte den Wert bekommen, den er im Gesamteindruck dieses Augenblicks hatte. Man wollte die Dinge malen, wie man sie erblickte, nicht wie man wu\u00dfte, da\u00df sie seien oder bei genauerem Hinsehen sie fand. Dem strengen Naturalisten ist es auch verboten, aus dem Ged\u00e4chtnis zu malen. Damit fallen eigentlich farbige Nachtst\u00fccke und Mondscheinbilder weg. Man m\u00f6chte sich wundern, da\u00df sie \u00fcberhaupt noch Bilder malten, nicht nur Studien in der Natur. Sie waren eben doch, wiewohl sie sich anfangs fast wie Photographen oder Naturforscher f\u00fchlten, K\u00fcnstler, denen es auf die Wirkung ankam, und diese mu\u00dfte studiert und probiert werden. Dabei erkannten sie, da\u00df auch im Ausstellungsbild nur eine rasche Malerei die gew\u00fcnschte Wirkung tue. Fl\u00fcchtige Erscheinungen wirken glaubhafter, Farbenstimmungen eindrucksvoller in fl\u00fcchtiger Wiedergabe. Mit m\u00f6glichst wenig Strichen ein Bild zu malen, war der Vorsatz Reinigers. So kam man auf die breite, skizzenhafte Technik, wie sie schon Frans Hals ge\u00fcbt hatte, eine Technik, die niemals im fertigen Bild ihre Spur verwischen will, sondern im Gegenteil sich mit zur Schau stellt. Je vollkommener die Illusionswirkung, desto deutlicher m\u00fcssen auch wieder die \u201eillusionst\u00f6renden Momente\u201c hervortreten, das verlangt das Wesen der Kunst, wie es der \u00c4sthetiker dieser Kunstepoche, Konrad Lange, dargelegt hat. Eine rohe Technik im Vergleich zu der der alten Meister, ohne Schul\u00fcberlieferung, fast ganz verzichtend auf Untermalungen und Lasuren, primitiv \u2014 sie nennt sich ja auch Malerei alla prima \u2014 und doch h\u00f6chst raffiniert. Die Eigenschaften der \u00d6lemulsion wurden bald geistreich ausgen\u00fctzt, bald m\u00f6glichst verleugnet, je nach dem Gegenstand. Auch die plastische Licht- und Schattenwirkung der dick aufgesetzten Farbmasse wird ben\u00fctzt. Man mu\u00df staunen, wie das alles gelungen ist. Hier scheint der Farbk\u00f6rper feucht, dort trocken, hier spiegelt er, dort ist er rauh, hier flimmert er, dort scheint er alles Licht zu verschlucken. Ein trockener, breiter Borstenpinselstrich schafft hier feines, durchsichtiges Ge\u00e4st, dort ein lockeres W\u00f6lkchen, dort wieder zerst\u00e4ubenden Schaum. So verm\u00f6gen die Maler die feinsten Unterschiede in der stofflichen Beschaffenheit der Dinge und die fl\u00fcchtigsten Erscheinungen des Lichtes und der Luft wiederzugeben, solche, die man vorher \u00fcberhaupt nicht wahrgenommen hat. Die Maler waren vielfach sch\u00e4rfere Beobachter der Farbe als die Naturwissenschaft mit ihren Instrumenten und Experimenten. Die Landschaftsmaler lernten die Erde malen, wie sie feucht erscheint, das Wasser in jeder Bewegung, die k\u00f6rnige oder flockige Beschaffenheit des Schnees, den Schleier der Blattknospen am Buchenwald, den Glanz des Taues auf der Wiese, die reine oder tr\u00fcbe, d\u00fcnne oder dicke, trockene oder feuchte, stille oder zitternde oder wehende Luft, den Regenschleier, den die Sonne durchdringt, das Funkeln des Lichtes auf den K\u00f6rpern in dem Augenblick, ehe der Nebelschleier zerrei\u00dft, die zarte Beleuchtung des sich aufhellenden Abends nach einem Regentag, wie sie einen Waldrand f\u00e4rbt, den bl\u00e4ssesten Lichtstrahl, den letzten Tagesschimmer und das Zwielicht von Abendd\u00e4mmerung und Mondaufgang, von Mondschein und Lampenschein; jeden leisen Widerschein von Helligkeit und Farbe im Schatten und im Dunkel. Der Maler sieht \u00fcberhaupt nichts mehr farblos. Er l\u00e4\u00dft in der Natur kein Schwarz und Grau und Braun mehr gelten. Er ist ungeheuer anspruchsvoll gegen sich und seinesgleichen, verlangt unendlichen Reichtum von Nuancen und dennoch unter allen Umst\u00e4nden einen einheitlichen Ton des Bildes. Tonstimmung in Braun gilt als minderwertig, weil gar zu billig. Die Maler genie\u00dfen und verstehen zu w\u00fcrdigen, was die Natur als Koloristin leistet auf den feuchten Ackerschollen, im Herbstwald, auf den Wolken und dem Wasser. Pleuer empfand solche Sensationen sogar auf dem rauchigen und ru\u00dfigen Bahnhof im Tau- und Regenwetter. Auch die \u00f6de Fabrikstadt kann ein Gegenstand der Landschaftsmalerei werden. Die Sonne macht die Farben und die Luft die Stimmung, und das Wasser spiegelt beides wider. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese Naturalisten verfahren nie verstandesm\u00e4\u00dfig, sondern immer k\u00fcnstlerisch, das liegt im Impressionismus. Es kommt ihnen immer nur auf die Gesamtwirkung an, l\u2019expression par l\u2019ensemble. Sie dachten zum Beispiel gar nicht daran, was heute wieder ein K\u00fcnstler unter Berufung auf die alten Meister fordert, da\u00df es ein Gebot der technischen Logik sei, zuerst die helle Luft d\u00fcnn zu malen und dann das davorstehende durchbrochene Laub dick; sondern sie setzten die Lichter in dicken Patzen auf, und sie wirken richtig. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Bilder sind auf Farbenwirkungen berechnet, aber es sind eben doch Abbildungen von Formen der Natur. Darum sind sie zeichnerisch aufgebaut und vorbereitet. Pleuer zeichnet vorher Studien von Lokomotiven, die die Bewunderung der Leute vom Maschinenbaufach erregen. Und auf seinen Bahnhofbildern soll jede Weiche richtig gestellt sein. Diese Malerpoeten gestatten sich, zumal anf\u00e4nglich, nicht die kleinste Abweichung von der Natur, nicht die geringste Willk\u00fcr. H\u00f6chstens vereinfacht wird das Bild auf dem Weg von der Studie zum Gem\u00e4lde. Die Malerei mu\u00df eben immer in der Richtigkeit, wenn auch gewi\u00df nicht in der Ausf\u00fchrlichkeit, vor der Photographie bestehen k\u00f6nnen. Gel\u00e4nde, Erdreich und Gestein und Pflanzenkleid, Klima, Witterung und Tageszeit m\u00fcssen richtig charakterisiert sein; nicht ein willk\u00fcrliches Farbenspiel soll ja gegeben werden, sondern eine Naturstimmung. Aber auch Malen wie Zeichnen ist Weglassen. Was hier weggelassen wird, sind die Einzelheiten der Form. Ausf\u00fchrliche Zeichnung w\u00fcrde die Wirkung der Farbe beeintr\u00e4chtigen. Ein mannigfaltiger Gegenstand schw\u00e4cht den Eindruck der Luft- und Lichtstimmung. Auch der Naturalist komponiert, und w\u00e4re es nur in der Wahl des Motives, gleichwie der Liebhaberphotograph einen Ausschnitt w\u00e4hlt, worin die Natur schon komponiert hat. Jedes malerische Motiv soll eine abgerundete, geschlossene Welt sein, gro\u00df im kleinen, einfach, klar in den r\u00e4umlichen Verh\u00e4ltnissen und bezeichnend in den Linien. Reiniger malt ein bl\u00fchendes B\u00e4umlein auf nackter Erde, und es wird der Inbegriff des Fr\u00fchlings; ein St\u00fcckchen vom Feuerbach oder eine Waldpf\u00fctze, und wir empfinden das ganze Wesen des nassen Elements. Pleuer malt ein Schafhaus oder eine ganz unmalerische Dorfgasse im Mondschein, und wir sp\u00fcren die Bewegung des Mondlichtes, wie es flimmert, rieselt, f\u00fcllt. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch die raffinierteste Kunst ist m\u00fc\u00dfiges Spiel oder trockenes Handwerk, wenn sie nicht irgendeinen h\u00f6heren Inhalt hat, was die idealistische \u00c4sthetik die Idee des Kunstwerks nannte. Fragt man den Naturalisten nach dem Inhalt seines Kunstwerks, so wird er grob. Er wolle nichts erz\u00e4hlen oder lehren, sondern malen. Was, sei gleichg\u00fcltig, nur wie gemalt werde, darauf komme es an. Was unsere gro\u00dfen Naturalisten aber wirklich gaben, war ein Natureindruck nicht nur auf einer Netzhaut, sondern in einer Dichterseele. Der Gegenstand war ihnen in Wahrheit keineswegs gleichg\u00fcltig; sie liebten ihn. Den Inhalt nahmen sie aus ihrem eigenen Innern, ohne es zu wollen und zu wissen; sie hatten ihn auch von der Natur empfangen. Der h\u00f6here Inhalt ihrer Naturbilder war eben ihre Liebe zum Gegenstand, ihre Naturverehrung, ihre K\u00fcnstlerfreude, ihre Seele. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p><strong>Nenn\u2019s Gl\u00fcck, Herz, Liebe, Gott! <br> Ich habe keinen Namen daf\u00fcr, <br> Gef\u00fchl ist alles. <\/strong><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Heute wird das alles, was die ersten Impressionisten fanden, oft und gut gemalt; aber doch \u2014 so will es uns, vielleicht nur durch die Brille eines historischen Vorurteils scheinen \u2014 nicht mehr so ergreifend, nicht mehr mit der Urspr\u00fcnglichkeit und organischen Kraft, wie es jene Gro\u00dfen hingestellt haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Die echten Landschaftsmaler verzichten meist auf jede Staffage, obwohl, wie die Sage geht, Bilder mit Staffage besser verk\u00e4uflich sind. Sie kommen damit nur dem neuzeitlichen Naturgef\u00fchl entgegen, das die Natur rein, einsam und unber\u00fchrt w\u00fcnscht. Im Naturgef\u00fchl das Selbstgef\u00fchl aufgehen zu lassen, ist uns Wonne; die Natur erscheint uns heiliger als der Mensch. Die heutige Landschaftsmalerei empfindet die erz\u00e4hlende Staffage als St\u00f6rung \u2014 etwas Vor\u00fcbergehendes, das die feierliche Ruhe, Stille und Stimmung unterbricht \u2014; sie bedarf auch der ruhenden, auf die Stimmung hinweisenden Figuren nicht mehr, um die Stimmung auszudr\u00fccken und das Seelische anklingen zu lassen. Ist es noch Naturalismus oder ist es nicht vielmehr Poesie, Urweltromantik, wenn der Maler im Bilde des Eisacktales Stra\u00dfe, Bahn und Siedlungen, jede Spur des Menschen wegl\u00e4\u00dft? Ist es Wahrheit, wenn er auf dem Elbstrom bei Hamburg nur ein paar leere Boote schwimmen l\u00e4\u00dft? Es gibt eben doch Motive, die nach Art und Umfang eine Staffage verlangen, auch f\u00fcr das heutige Empfinden, und w\u00e4re es nur eine weidende Kuh, eine Schafherde, die sich kaum vom Gel\u00e4nde abhebt, oder ein fern blinkendes Segel auf der Wasserfl\u00e4che des gro\u00dfen Sees, ein Wagen auf der Landstra\u00dfe. Wenn ein Figurenmaler von Beruf auch einmal eine Landschaft malt, wird er sich die Staffage nicht leicht nehmen lassen; nur wird er, wenn es ihm um die Landschaft zu tun ist, auf jede Erz\u00e4hlung verzichten und sich mit einer Stimmungsfigur begn\u00fcgen. <\/p>\n\n\n\n<p>Merkw\u00fcrdig aber ist die neue Gattung des Figurenbildes mit landschaftlichem Hintergrund. Es ist fast immer nur eine Gestalt, und zwar eine Stimmungsfigur. Sie ruht und schaut auf die Landschaft oder ist in sich versunken oder sie nimmt Abschied oder gr\u00fc\u00dft ankommend den Ort. Und die Landschaft ist nicht etwa, wie in \u00e4lteren Bildern wohl, nur kulissenartig angedeutet, sondern eine richtige Landschaft von selbst\u00e4ndigem Wert; meist mit hohem Horizont. So ist die Landschaftsmalerei zur\u00fcckgekehrt zu der Stelle, wovon sie zu Ende des Mittelalters ausgegangen ist. Aber jetzt ist sie nicht mehr geduldet, sondern sie ist Herrin im Figurenbild. Auch die Figur ist sozusagen landschaftlich behandelt; als farbige Erscheinung im Freilicht. Aus der Aufgabe der fig\u00fcrlichen Freilichtmalerei ist die ganze neue Hintergrundlandschafterei erwachsen. Das Verh\u00e4ltnis der Figur zur freien landschaftlichen Umgebung, darauf ist es abgesehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn es eine schw\u00e4bische Schule der Landschaftsmalerei gibt, beruht sie nicht auf K\u00fcnstlerkolonien, sondern haupts\u00e4chlich auf dem Eindruck Otto Reinigers. Von ihm, der sein eigener Lehrer gewesen war, haben alle schw\u00e4bischen Landschaftsmaler gelernt, obwohl er nie ein Lehramt hatte. Er hat die neuen Aufgaben gestellt und kraftvoll gel\u00f6st; und die neuen Themata angeschlagen, die noch heute variiert werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Otto Reiniger, geboren in Stuttgart 27. Febr. 1863, war ein Vetter des Landschaftsmalers Ernst Reiniger, den er zwar kaum mehr kannte, aber in seinen Lebenspl\u00e4nen \u2014 bis auf die Reiseziele hinaus \u2014 nachahmte. Nach dem Gymnasium bezog er die Kunstschule (1881), ging aber bald (1883) nach M\u00fcnchen zu Wenglein, wo er auch nur wenige Monate aushielt. Vier Jahre hielt er sich dann, auf eigene Faust Landschaftsstudien malend, in Italien auf. Seit 1888 lebte er in seiner Vaterstadt, sp\u00e4ter mit dem Titel des Professors. Einmal war er mit Pleuer in Venedig, einmal auch in Paris, wiederholt in Italien und mehrmals in den Alpen, namentlich am Wallensee; auch in der Pfalz und, infolge eines Auftrags, in Hamburg. Nach einem verh\u00e4ngnisvollen Brand in seinem Atelier (1904) bezog er ein Landhaus am Tachensee, unfern von Stuttgart. Schon machte sich das Nierenleiden geltend, das ihn fr\u00fch wegraffen sollte. Am 24. Juli 1909 verschied er. <\/p>\n\n\n\n<p>Reiniger war zur Landschaftsmalerei im Sinne des Impressionismus geboren, selbst seine Kurzsichtigkeit kam ihm daf\u00fcr zustatten. Die freie Phantasie unterdr\u00fcckte er, wenigstens in den Studienjahren, so stark seine Begabung f\u00fcr die Komposition und sein Ged\u00e4chtnis f\u00fcr Landschaften war. Merkw\u00fcrdig, wie in seinen dilettantischen Jugendarbeiten schon seine k\u00fcnftige Richtung angedeutet ist. Als Mensch war er still, zartf\u00fchlend und aufopfernd, herb in seinem Urteil; ein Gr\u00fcbler, der viel \u00fcber Kunst nachdachte und die alten Meister sehr wohl kannte. Ein Drang nach k\u00fcnstlerischer Vollendung, der sich selbst niemals genugtun konnte, zwang ihn, oft lange Zeit mit einem Bilde sich zu qu\u00e4len und schlie\u00dflich, wenn der Ausstellungstermin dr\u00e4ngte, in wenigen Stunden ein \u00e4lteres Motiv zu wiederholen. Seine Entwicklung ging ganz folgerichtig vom Zeichnen zum Malen, vom analytischen Studium der Natur zum synthetischen Schaffen, vom Kleinen zum Gro\u00dfen, von der N\u00e4he in die Weite, von dem Ernst des Suchenden zur Freude an der Welt und an der eigenen Kunst. <\/p>\n\n\n\n<p>In Italien lernte er zeichnen und malen, die Dinge nach ihren stofflichen Eigenschaften charakterisieren. Bilder auszuf\u00fchren f\u00fchlte er sich noch nicht reif. Im Fig\u00fcrlichen hat er sich dort ebenfalls auf eigene Faust ge\u00fcbt. Nach der R\u00fcckkehr (1888) setzte er noch lange die gr\u00fcndlichen Detailstudien fort, am Feuerbach und auf der Feuerbacher Heide; Studien im Sinne der \u201eintimen\u201c Landschaftsmalerei der Franzosen. Dort fand er seinen ersten Stil, den des Nahbildes in mattem Licht. Nur einen Versuch, wiewohl einen gelungenen, bedeutet das in jener Zeit gemalte kleine, feine Bildnis seiner Mutter am Fenster mit Ausblick ins Freie. Auch das zeichnerisch durchgebildete Bild des \u201eFr\u00fchlings\u201c mit der gr\u00fcnen Wiese am B\u00e4chlein ist f\u00fcr jene Zeit (1890) schon eine Ausnahme. Und ebenso der Buchenwald im Vorfr\u00fchling. Der konventionell-romantischen Waldpoesie der Neurenaissance, der gr\u00fcnen D\u00e4mmerung mit den gelben Sonnenflecken, ist der K\u00fcnstler lieber aus dem Weg gegangen. Sp\u00e4ter (1892) hat er einmal einen Herbstwald gemalt, auch im Feuerbachtal, als hochst\u00e4mmigen Wirtschaftswald, dem fast nur der Ausblick in die Ferne poetischen Reiz verleiht. In seinen Reiseskizzen ist freilich alles, was nur malerisch hei\u00dft, vertreten. <\/p>\n\n\n\n<p>Schon 1889 bekam er f\u00fcr eine Vorfr\u00fchlingsstimmung aus dem Feuerbachtal die goldene Medaille in M\u00fcnchen. Das Bild, fast sein einziges mit fig\u00fcrlicher Staffage, ist verbrannt. Und 1890 hatte er auf der M\u00fcnchener Ausstellung einen \u201eAbend\u201c, der bei den K\u00fcnstlern ungeheuren Eindruck machte, Ackerschollen im letzten Strahl der Abendsonne. Man \u00e4rgerte sich \u00fcber den Gegenstand und bewunderte die vertraute Kenntnis und Beherrschung der Natur. <\/p>\n\n\n\n<p>Die bezeichnenden Werke sind die Winter- und Vorfr\u00fchlingsbilder vom Feuerbach, die den gro\u00dfen Stil nach 1893 bringen und vielleicht der Nachwelt als seine gr\u00f6\u00dften Leistungen gelten werden. Der strenge, exakte Naturalismus ist \u00fcberwunden, vielleicht ohne da\u00df der K\u00fcnstler selber es gemerkt und zugestanden hat. Was ihn jetzt bewegt, sind Probleme der formalen, vornehmlich der farbigen Harmonie. Die Form, die Zeichnung wird vereinfacht bis zum \u00e4u\u00dfersten, bei unbedingter Richtigkeit. Es gilt der Klarheit der r\u00e4umlichen Anschauung, die dem K\u00fcnstler angeboren war. Der Aufbau der Bilder zeigt von nun an eine formale Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit, die zwar keineswegs auf \u00e4u\u00dferlichen Regeln, wohl aber auf sicherem k\u00fcnstlerischem Gef\u00fchl beruht. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie hinrei\u00dfende Rhythmik seiner Formen findet in der neueren Kunst nur bei Corot ihresgleichen, dem Reiniger freilich sowohl in der Herbheit des Naturgef\u00fchls wie im Kolorit \u00fcberlegen ist.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Als Kolorist feiert er \u2014 \u201eein Frans Hals der Landschaft\u201c \u2014 Triumphe in den stumpfen Farben, denen danebengesetzte Kontrastt\u00f6ne wunderbare Leuchtkraft geben. So in dem gro\u00dfen \u201eFeuerbach\u201c von 1893 der Stuttgarter Galerie. \u201eWie hier das Hellbraun der Flut durch ein benachbartes Dunkeloliv zum leuchtenden Goldton gesteigert wird, das geh\u00f6rt zu den gr\u00f6\u00dften koloristischen Leistungen aller Zeiten.\u201c Die Natur schafft mit dekorativer Absicht solche feinen Farbenspiele in der Tierwelt. Beim Gefieder des Rebhuhns spielt sie so mit den Erdfarben. Aber auch in der Landschaft zeigt sie solche Pracht und Feinheit. Nur bed\u00fcrfen wir der K\u00fcnstler, um sie zu finden. Wie Perlmutter schillert das Schneewasser, und in Opalt\u00f6nen leuchtet die Schneew\u00e4chte. Und nur in mattem und durch tr\u00fcbe Luft gef\u00e4rbtem Lichte leuchten solche zarten Farben. So malt Reiniger am tr\u00fcben Wintertag, wenn das Licht verglimmt, nur noch auf Wolken und dem Wasserspiegel widerleuchtend, malt tr\u00fcbes Schneewasser und schmutzigen Schnee, nackten Boden, kahle Weiden \u2014 wenn er nicht auch auf den zeichnerischen Reiz des Ufergeb\u00fcschs ganz verzichtet. So kann nur Reiniger das flie\u00dfende Wasser malen und das verstohlene Licht, die leuchtenden Wolken und die feuchte Luft, die nasse Erde und den lockeren Schnee. M\u00e4chtig weitet und bewegt sich das Gel\u00e4nde. Ein wunderbares Pathos steigert das armselige, f\u00fcr Alltagsbegriffe kaum idyllische Motiv. Es ist ein Wunder wie in Beethovens Musik. So malt er den Feuerbach wohl hundertmal in Studien und auch in Bildern noch mehrmals; unter roten Wolken (1894), Fr\u00fchling (1895) und im Sommer, oder nach einem Gewitter (1895). \u00c4hnliche Motive wie der Feuerbach bot dem K\u00fcnstler dann die Heimat seiner Mutter, das Kochertal bei Hall (ober Tullau) und das B\u00fchlertal, wo er in der M\u00fchle zu Oberscheffach sein Quartier aufgeschlagen hatte; sp\u00e4ter auch die Albt\u00e4ler bei Hayingen. Leider sind von diesen Bildern mehrere im Atelierbrand zugrunde gegangen, andere in die Welt verstreut. Ein Hauptbild ist der \u201eKocher\u201c der Berliner Nationalgalerie (1893). Fast alle sind durch feuchte Luft tr\u00fcb oder silberig gestimmt. <\/p>\n\n\n\n<p>Was Reiniger am Feuerbach gelernt, vor allem die Kunst, flie\u00dfendes Wasser zu malen und die Farben der Dinge mit Hilfe der Luft auf einen Ton zu stimmen, ist auf ein gro\u00dfes Motiv \u00fcbertragen in dem Bilde \u201eEisacktal\u201c von 1899 der Staatsgalerie, das \u00fcbrigens nicht mit der ganzen im Motiv gegebenen Gr\u00f6\u00dfe wirkt. Hier fehlt der Ma\u00dfstab, den der Maler auf dem Bild der Elbe kl\u00fcglich in Gestalt von einigen leeren Booten beigesetzt hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00fcnstler richtet seinen Blick nun in die Weite. Er malt das Dorf Feuerbach, gesehen vom Feuerbachtal (1894); den \u201eBlick aufs Neckartal\u201c von der Feuerbacher Heide (1894); einen \u201eRoten Abend\u201c nach dem Gewitter, mit Regenbogen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber noch eines von den Motiven oder Thematen, womit er den Schatz der Kunst genial bereichert hat, ist dem Bereich des Nahbildes entnommen: das des bl\u00fchenden Baumes. Reiniger malt nicht die Obstbaumbl\u00fcte in der hellen Sonne, nicht das Bl\u00fctenmeer, dem das frische, frohe Maiengr\u00fcn zur Folie dient, sondern ein einzelnes bescheidenes B\u00e4umchen in nackter Ackererde und im letzten Abendlicht. Die Bl\u00fcte sieht fast aus wie Reif, aber wunderbar leuchtet sie wie von verglimmender Glut durch die D\u00e4mmerung, selbst die Ackerschollen scheinen verstohlen davon aufzuleuchten. Das Bild hat etwas R\u00fchrendes, fast Heiliges. <\/p>\n\n\n\n<p>Die bl\u00fchenden B\u00e4ume (Hauptbild von 1900 der Staatsgalerie) leiten \u00fcber zu den sonnigen weiten Sommerbildern. Da ist eine \u201eSommerlandschaft\u201c am hellen, aber dunstigen Nachmittag, die Reiniger nach einem Motiv von der fr\u00e4nkischen Ebene \u00fcber dem B\u00fchlertal bei Hall mehrmals zum Bild gestaltet hat; herrlich, wenn auch nicht so originell, sondern an Corot und Rousseau gemahnend. Freude geht von dieser Landschaft aus, die trotz der Weite einfach gehalten ist und abget\u00f6nt wie ein alter Gobelin. Ein Ausblick \u00fcber eine Hochebene, deren schroffe Talfurchen wie in der Wirklichkeit fast verschwinden. Die \u00d6rtlichkeit mit dem St\u00e4dtchen Veilberg hinten kaum zu erkennen, absichtlich verwischt. Dar\u00fcber ein mattblauer Himmel mit wei\u00dfleuchtenden geballten Wolken; vorn wogendes Gras im Silberschimmer und ein paar stolze Baumgestalten, deren Art unbestimmt gelassen ist. Die von Licht erf\u00fcllte Luft im Verein mit dem spiegelnden Wasser wird mehr und mehr der Gegenstand seiner Bilder. Das lokale Motiv ist nur noch ein Anla\u00df. Die Donau bei Marchtal, durch ein Wehr geschwellt und gestellt, links eine Kulisse von Parkb\u00e4umen, gegen\u00fcber ein D\u00f6rfchen und dar\u00fcber ein Wolkenhimmel, aus dem f\u00fcr einen Augenblick nach einem Regentag die Abendsonne bricht, leuchtend in roter Glut. Der Flu\u00dfspiegel strahlt davon wie fl\u00fcssiges Erz. Aber das Wehr vorn liegt in k\u00fchlem Schatten. Erde, Gras und Laub scheinen noch von Feuchtigkeit zu gl\u00e4nzen. Das Hauptbild geh\u00f6rt der M\u00fcnchener Pinakothek. <\/p>\n\n\n\n<p>Dasselbe Thema: Flu\u00df mit B\u00e4umen unter hohem Himmel, schlagen zwei Bilder vom Neckar an, Motiv bei Geisingen (OA. Ludwigsburg). Ein gewundenes breites Wasserband zwischen bescheidenen Uferh\u00f6hen, ein paar Riesenpappeln, breit und luftig gemalt, fast schattenhaft; sonst nichts. Aber dies Wenige eingetaucht in ein Meer von Duft und Licht, das eine Mal in goldigem, das andere Mal in silberigem Ton. Das ganze Bild ist voll von jenem Leben, das die Maler meinten, als sie den Ausdruck \u201eStilleben\u201c f\u00fcr Bilder toter Dinge pr\u00e4gten. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber streng naturalistische, blo\u00df intime Landschaftsmalerei ist es doch nicht mehr. Der Meister hat sein fr\u00fcher ausgesprochenes Ziel erreicht, frei mit der Natur schalten zu k\u00f6nnen wie Rubens als Landschafter und Claude Lorrain. Die Bilder sind energisch komponiert \u2014 man sehe die Wolken auf dem Donaubild \u2014 und eine unverkennbar dekorative Absicht mischt sich ein. <\/p>\n\n\n\n<p>Noch einmal, schon mit gebrochener Kraft, hat Reiniger das Thema des Flusses aufgenommen, gr\u00f6\u00dfer als je zuvor im Gegenstand, nicht in der Auffassung. Das ist die f\u00fcr die Hamburger Kunsthalle gemalte \u201eElbe\u201c, die der Meister nicht mehr zur Vollendung und Abnahme gebracht hat. Es ist ein schwerm\u00fctiges Bild, wie es die Nordseek\u00fcste wohl an tr\u00fcben Tagen in der Seele eines Schwabenkindes zur\u00fccklassen mag. <\/p>\n\n\n\n<p>Nichts von dem bewegten Leben des Verkehrs auf Deutschlands Wasserstra\u00dfe, nichts von Hamburg und von den Lusth\u00e4usern am gr\u00fcnen Ufer. Der Auftraggeber widerriet dem Binnenlandmaler, Schiffe f\u00fcr die Hamburger darzustellen. So malte der nur einen stillen Uferwinkel. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Landsitz Tachensee bot dem K\u00fcnstler, der sich sein Leiden wohl bei den fr\u00fcheren Naturstudien geholt hatte, die M\u00f6glichkeit, ohne allzugro\u00dfe Beschwerden nach der Natur zu malen, was er brauchte, Wasser, einen kleinen Waldweiher, Wald- und Obstb\u00e4ume, den Ausblick auf schw\u00e4bische Kulturlandschaft mit Waldh\u00fcgeln und schimmernden Siedlungen. Das f\u00fchrte ihn zur intimen Landschaft zur\u00fcck, zu Studien im Waldesinnern und solchen im Schnee bei Frost und Tauwetter und auch zum Nachtst\u00fcck, was er fr\u00fcher als strenger Naturalist vermieden hatte Auch der Erholungsaufenthalt am Gardasee, wo der kranke K\u00fcnstler die Studien nicht lassen konnte, hat zwei Bilder gezeitigt. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Nachla\u00df sind au\u00dfer den \u00d6lskizzen auch namentlich Feder- und andere Zeichnungen von bewunderungsw\u00fcrdiger Meisterschaft, \u00e4ltere von rein zeichnerischer Art und sp\u00e4tere von ausgesprochen malerischer Absicht, und \u00fcberraschende Naturstudien in Tempera, die den Impressionisten dem Problem der Farbenzerteilung nahegekommen zeigen. Besonders die Studien an einem Gebirgsbach spr\u00fchen bei der Wiedergabe des Gischts in der Mittagssonne von Farbenfunken. Es ist wohl anzunehmen, da\u00df der Meister bei gesunder Kraft noch weiter fortgeschritten w\u00e4re, da\u00df er die Gegens\u00e4tze noch st\u00e4rker angespannt, die Stimmungen noch vertieft und das Problem des Lichts noch k\u00fchner angefa\u00dft, vielleicht aber auch den Naturalismus ganz verlassen h\u00e4tte. Einige von seinen sch\u00f6nsten Bildern und viele Studien und Skizzen hat der unheilvolle Brand zerst\u00f6rt. Sehr vieles hat er auch selbst vernichtet, weil es ihm nicht gen\u00fcgte. Aber seine besten Bilder hat ein g\u00fcnstiges Geschick der Stuttgarter Galerie zur\u00fcckgef\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p>Reinigers Gr\u00f6\u00dfe beruht nicht nur in seiner malerischen Begabung, sondern auch in der Sch\u00e4rfe seines Geistes, der Kraft seines Willens und der Reinheit seiner Gesinnung. Er mu\u00dfte selber seinen Weg suchen, sich die Aufgaben stellen, die ihn f\u00f6rderten, und sein Ideal unter bitteren Erfahrungen festhalten. Die z\u00e4he, bohrende Energie seiner Naturstudien in der Zeit, da er ein Werdender und einsam Suchender war, erinnert unmittelbar an D\u00fcrers Wort von dem \u201eHerausrei\u00dfen\u201c der Sch\u00f6nheit aus der Natur. Geniale Einseitigkeit war ihm in der Jugend eigen; sie verlor sich immer mehr in seinen reifen Jahren. <\/p>\n\n\n\n<p>Hermann Dr\u00fcck (geb. 1856) war Sch\u00fcler von Ludwig und Kappis und studierte auch in Dachau. Er lebt jetzt seit 1903 zu Neckartailfingen im Albvorland, nicht weit vom Wohnsitz Kornbecks. Da malt er die Albberge um den Neuffen, das Flu\u00dftal mit dem Wehr und den hohen Pappeln, das Dorf, das sich behaglich an den Abhang schmiegt, und seine traulichen Gassen in der D\u00e4mmerung des Abends und des Mondscheins. Den feinen Farbenk\u00fcnstler ziehen vorz\u00fcglich die Stimmungen des bedeckten Himmels, des Fr\u00fchlings und des Herbstes an, w\u00e4hrend man dieselben Landschaften von Kornbeck meist im hohen Sommer und am hellen Mittag gemalt sieht. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein liebensw\u00fcrdiger Geist von der Art unseres Sch\u00fcz schildert da die Heimatlandschaft mit modernen, rein malerischen Mitteln und in gr\u00f6\u00dferem Zuge. Abendfrieden, Fr\u00fchlingshoffnung, Maienlust, das sind Themata, die ihm liegen. Die Gefahren dieser s\u00fc\u00dfen Stimmungen hat der Meister gl\u00fccklich \u00fcberwunden. Seine Entwicklung wird durch folgende Hauptbilder bezeichnet: Abend, bei H\u00f6fingen (1881); Morgenstimmung, bei Cannstatt (1884); Am Kanal, bei Berg (1885); Blick auf den Rosenstein; Vorfr\u00fchlingsabend, bei Botnang (1892); Mondaufgang, bei Bartholom\u00e4 (1898); Gewitterstimmung am Neckar; Mondlandschaft mit Schafherde; Jusiberg; Dorfeingang im Mondschein; Leonberger Heide; Abendstimmung, Neckarhausen; Stuttgarter Stra\u00dfenbild, am K\u00f6nigsbau (1905); Vorfr\u00fchling im Albvorland (1910); Waldrand in Regenstimmung. <\/p>\n\n\n\n<p>Karl Schickhardt (geb. 1866), ein Spr\u00f6\u00dfling der alten w\u00fcrttembergischen K\u00fcnstlerfamilie, Z\u00f6gling der heimischen Kunstschule, dann noch Wengleins, ist der n\u00e4chste Nachfolger von Reiniger. Auch er ein eingefleischter Landschafter, der Einsamkeit geneigt und der unausgesprochenen Poesie und abhold aller Staffage. Er ist \u201eder Maler der Schw\u00e4bischen Alb\u201c, ihrer weltabgeschiedenen Felst\u00e4lchen und ihrer weiten Heiden mit den Fernblicken zum Hochgebirge, und des oberen Neckartals bei Rottenburg mit seinen heimlichen Sch\u00f6nheiten, jener Landschaften, die mit dem Charakter der Muschelkalkformation die Vegetation des Schwarzwaldes verbindet. Schickhardt hat auch an der Form seine Freude, er zeichnet fein und treffend das Gel\u00e4nde und entlockt ihm die bedeutende Linie, und gibt prachtvoll Wuchs und Laubf\u00e4rbung der B\u00e4ume, ein un\u00fcbertroffener Meister in der gr\u00fcnen Farbe. Er ist wohl unter den schw\u00e4bischen Meistern heute derjenige, der die reichste und genaueste Naturbeobachtung hat. Er greift auch wieder zu pathetischen und d\u00fcsteren Motiven, wie Gewitter und Sturm, und ergeht sich ein andermal wieder in den allerzartesten Stimmungen, wie dem lichtgetr\u00e4nkten Nebel, worin die Zweige der B\u00e4ume funkeln, oder der Talwiese mit den Uferb\u00e4umen im ersten Gr\u00fcn unter blasser Fr\u00fchlingssonne. Seine Technik ist voll Bravour und verf\u00fcgt \u00fcber raffinierte Mittel, wei\u00df besonders auch das Pastell und die Tempera, diese selbst im \u00d6lbild zu verwenden, bald f\u00fcr Untermalungen, bald offen f\u00fcr die Luft, auf der die Wolken stehen, und das Wasser. <\/p>\n\n\n\n<p>Hauptbilder: M\u00fchlen im Laucherttal (1896), Im Laucherttal, Fr\u00fchrot (1898), Herbstmorgen, M\u00e4rzenabend (1897), Abendwolken (1900), Albdorf (1902), Weiden am Neckar (1907). Neckartal bei Rottenburg (1908), Neckardurchbruch (1909), F\u00f6hnstimmung auf der Alb (1910), Vergehender Schnee (1911), M\u00e4rzschnee, Auf der Alb, Saumpfad (1912). <\/p>\n\n\n\n<p>Felix Hollenberg (geb. 1868, ausgebildet in D\u00fcsseldorf und Stuttgart), ein ausgezeichneter Radierer, ist auch als Maler, und zwar als Stimmungsmaler, einer der F\u00fchrer unserer Landschaftskunst. Vor allem ist er Zeichner, ein Meister aller Formen in der Landschaft, der vor keiner Schwierigkeit zur\u00fcckschreckt. Er hat seine Freude an der organischen Sch\u00f6nheit der Einzelheiten, wie an dem gesetzm\u00e4\u00dfigen Bau des Gel\u00e4ndes, der Weite des Raumes und den gro\u00dfen Erscheinungen der Atmosph\u00e4re. So sind seine Landschaftsschilderungen geeignet, als geographische Charakterbilder zu dienen, ohne da\u00df sie darum an k\u00fcnstlerischen Qualit\u00e4ten Not litten. Eine gewisse Neigung zum Stilisieren, die besonders bei B\u00e4umen, kahlen und belaubten, und bei Wolkenbildungen auff\u00e4llt, hat bis jetzt der Wahrheit und \u00dcberzeugungskraft seiner Darstellungen keinen Eintrag getan. Seine bekanntesten Motive sind dem Neckartal unterhalb Cannstatt entnommen. Neuere dem M\u00fcnsinger Lautertal. <\/p>\n\n\n\n<p>Als Maler liebt er ernste Stimmungen und zur\u00fcckhaltende Farbengebung mit Bevorzugung kalter und sparsamer, aber wirkungssicherer Verwendung warmer T\u00f6ne, eine strenge und kraftvolle Kunst, die vor allem Wahrheit und Ausdruck sucht. <\/p>\n\n\n\n<p>Solche Gem\u00e4lde sind: Ein abgeerntetes Feld mit Garben, die im Abendschein gl\u00fchen, im Hintergrund ein St\u00e4dtchen, schon in Dunst geh\u00fcllt, und eine nebelige Ferne. Ein Kornfeld im Schatten, gestreift von huschenden Sonnenblicken. Ein Herbstwald im Abendlicht erneuert Leistikows Naturanschauung. Es steckt in Hollenberg etwas vom Naturforscher. Gedanken \u00fcber landschaftliche Sch\u00f6nheit und Kunst hat er auch schon als Schriftsteller ausgesprochen. <\/p>\n\n\n\n<p>Als Landschaftsradierer, der manche Platte ganz im Freien radiert hat, pflegt er f\u00fcr dieselben Motive meist den malerischen Stil, die Tonmanier der Aquatinta (Schmirgeltechnik) in Verbindung mit Strichzeichnung. F\u00fcr anspruchslosere Bl\u00e4tter und Gelegenheitsarbeiten w\u00e4hlt er gern die anmutigen Ortsbilder, deren das Schwabenland so viele aufzuweisen hat, und den zeichnerischen Stil der Nadel und des Stichels. Auch als Lithograph hat er sich bet\u00e4tigt. <\/p>\n\n\n\n<p>Fritz Hummel in Reutlingen ist von der Dekorationsmalerei zur Kunst aufgestiegen. Als Maler in M\u00fcnchen ausgebildet bei Nauen, Lesker, Rud. Seitz. In seinen Landschaftsbildern von der Alb macht sich die dekorative Auffassung oft gl\u00fccklich geltend. Bilder aus Alt-Reutlingen hat er auf Stein gezeichnet. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein Vollmensch und reichbegabter K\u00fcnstler ist Richard Herdtle aus der schw\u00e4bisch-fr\u00e4nkischen K\u00fcnstlerfamilie, einst Pleuers vertrauter Kamerad. Durch Illustrationsarbeiten und Lehrt\u00e4tigkeit in Anspruch genommen, ist er als Tier- und Landschaftsmaler viel zu wenig hervorgetreten, weiteren Kreisen fast nur durch Steinzeichnungen wie den ,,Vorfr\u00fchling\u201c mit der Schafherde und das \u201eSchimmelviergespann\u201c bekannt geworden. <\/p>\n\n\n\n<p>Karl Goll, geb. 1870 hier als Sohn eines K\u00fcnstlers, ist aus der Kunstgewerbeschule zur Malerei gekommen, worin Treidler, Igler und Schraudolph seine Lehrer waren, malt Landschaften und Architekturen, Sittenbilder, Bildnisse, Tierbilder und Blumenst\u00fccke und bevorzugt in der Landschaft idyllische Motive in zarter Stimmung und entsprechend kleinem Format, denen er gern einen erz\u00e4hlenden poetischen Einschlag gibt, so da\u00df man an Th. Sch\u00fcz erinnert wird. Bezeichnend f\u00fcr seine feinsinnige Gattungsmaierei ist ein Pastellbild \u201eKonfirmationstag\u201c, eine Fr\u00fchlingslandschaft am Neckar mit Spazierg\u00e4ngern. <\/p>\n\n\n\n<p>Adolf Stattmann, Sch\u00fcler von Robert Haug, hat sich neben der Landschafts- und Seemalerei mit besonderem Erfolg einer eigent\u00fcmlichen Art von Bildnis gewidmet, die dem humoristischen Sittenbild verwandt ist; besch\u00e4ftigt sich aber jetzt haupts\u00e4chlich mit illustrativen und kleineren graphischen Arbeiten. <\/p>\n\n\n\n<p>Dem neuen dekorativen Zug kommt unter Reinigers Nachfolgern der hochbegabte Erwin Starker am meisten entgegen. Geboren 1872 in Stuttgart, ausgebildet unter Kappis und Sch\u00f6nleber und auf Reisen nach den Niederlanden und zu den gro\u00dfen St\u00e4tten der modernen Kunst, lebt er seit 1896 in seiner Vaterstadt. Er liebt das Duftige und Mattabget\u00f6nte, arbeitet darum gern in Pastell, worin er unerreichter Meister ist, und wetteifert mit Dill im gro\u00dfen Stile der Stimmungsmalerei. Ihm gelingen aber auch gl\u00e4nzende Lichtwirkungen. Seine Winterlandschaft mit halb aufgel\u00f6ster Schneedecke unter gelbem Abendhimmel ist bewunderungsw\u00fcrdig nicht nur durch die Kraft des Lichtes und die Wahrheit des Tones, sondern auch durch die Sicherheit der stofflichen Charakteristik f\u00fcr Schnee und Erde und den flimmernden Himmel. Andere Themata sind: Vorfr\u00fchling am Bach, Laubgang, Hochwasser (1906), vor der Ausreise, Ausfahrt (1911) \u2014farbenspr\u00fchendes Hafenbild aus Antwerpen \u2014; Sturm auf dem Bodensee; D\u00e4mmerung am See; Meersburg. <\/p>\n\n\n\n<p>Walther Strich-Chapell von Stuttgart (geb. 1872), eines K\u00fcnstlers Sohn, Lieblingssch\u00fcler Sch\u00f6nlebers, hat 1904 seinen Wohnsitz wieder in die Heimat, nach Sersheim, dem schon durch Sch\u00f6nleber bekannt gewordenen Dorf mit dem \u201egem\u00fctlichen\u201c Kirchturm, verlegt und steht so, geographisch und k\u00fcnstlerisch, in der Mitte zwischen Karlsruhe und Stuttgart. Motive nach Sch\u00f6nlebers Geschmack wurden abgel\u00f6st von solchen nach Reinigers Art. In Sch\u00f6nlebers Spuren wandelnd, hat er oftmals Sersheim gemalt und die Weiden und Pappeln am Bach im Fr\u00fchling und das Jagsttal bei Langenburg (Regenbach); in Reinigers Spuren den Bach im Winter und im Vorfr\u00fchling, bl\u00fchende B\u00e4ume, das Enzwehr und Neckarwehr (Mundelsheim). Das Enztal bei Unterriexingen ist jetzt sein eigenstes Studiengebiet. Strich-Chapell malt die bl\u00fchenden B\u00e4ume eingehender als Reiniger und in voller sonniger Pracht. Er malt auch den gr\u00fcnen Maientag. An Blumen macht er seine Farbenexperimente, die auf reine Farbe und tiefen Ton ausgehen. Auch im Gebirge, bei Oberstdorf, hat er seine Studien gemacht, vornehmlich Schneestudien. Dem dauernden Landaufenthalt und ausgedehnten Studien auf der Alb (W\u00fcrtingen) dankt es der K\u00fcnstler, da\u00df er eine eigene und intime Naturauffassung gefunden hat, was ihm in Karlsruhe, zumal bei der Besch\u00e4ftigung mit der farbigen Steinzeichnung, schwerlich so fr\u00fch gelungen w\u00e4re. Die Natur gab ihm ein bewegliches Talent, auch dekorative Anlagen, Temperament und poetischen Sinn. Von seinem Lehrer hat er die sichere, leichte, beinahe glatte Technik. Er bem\u00fcht sich, die Schwere der \u00d6lfarbe immer mehr zu \u00fcberwinden, und besch\u00e4ftigt sich mit dem Problem der Malerei mit reinen Farben. Eine schw\u00e4bische Landschaft in der Karlsruher Galerie (1906), eine Mondnacht in der Stuttgarter Galerie (1910) und eine Alblandschaft im Hoftheater daselbst (1912) sind neben Steinzeichnungen wohl seine bekanntesten Arbeiten. \u00c4ltere Gem\u00e4lde sind: ein \u201eApril\u201c (1903), \u201eZwielicht im Schnee\u201c, \u201eMondnacht\u201c, \u201eSchwarzwaldtal\u201c, ein \u201eWaldinneres\u201c, \u201eDorfinneres\u201c, \u201eDorf im Abendschein\u201c, eine offene Scheuer mit Durchblick. Scheidendes Licht, Durchbrechendes Licht, eine Wiese mit abgestorbenem Gras oder mit Streu, die in der Fr\u00fchlingssonne goldig gl\u00e4nzt, der Maitag im Enztal, der Einsame Baum auf der Alb, fast im Galerieton gehalten, eine Br\u00fccke mit einem Schimmel sind neuere Arbeiten. <\/p>\n\n\n\n<p>Ernst Wirsum (geb. 1872) ist ein Heimatmaler im besten Sinne des Wortes, schlicht und treu und seelenvoll in seinen kleinen Portr\u00e4tlandschaften aus der anmutigen Umgebung Stuttgarts, zum Beispiel einen Fernblick von der Geroksruhe in freundlicher Herbststimmung. <\/p>\n\n\n\n<p>Eugen Stammbach, geb. 1876 in Stuttgart und hier ausgebildet, f\u00e4llt auf durch eine eigenartige, dem Neuimpressionismus verwandte Technik und ein Kolorit, das beim ersten Blick schw\u00e4rzlich erscheint, besonders in den Schatten, dann aber bald frappiert durch eine fabelhafte Plastik der k\u00f6rperlichen Dinge und eine seltene Kraft des Lichtes. Bl\u00fchende B\u00e4ume und B\u00fcsche, Laub und Rinde, Erde und Schnee gibt er mit past\u00f6s aufgesetzten Fleckchen reiner Farben, w\u00e4hrend Luft und Hintergr\u00fcnde d\u00fcnn und glatt gemalt sind. Dabei ist er immer farbiger geworden. Innenbilder aus dem Walde und Parkpartien liegen seiner Kunst am besten, die jetzt wohl den Weg zum gro\u00dfen Stile und zu einer selbst\u00e4ndigen Hellmalerei suchen wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Eugen Krau\u00df von G\u00f6ppingen (geb. 1881), eine kr\u00e4ftige Natur als Mensch und K\u00fcnstler, hat in M\u00fcnchen die Bildhauerei und dann in Stuttgart unter Landenberger und H\u00f6lzel die Malerei erlernt und Reisen nach Holland, Belgien und Spanien unternommen. Landschaftsbilder: Birken im Vorfr\u00fchling (1908), Vorfr\u00fchling (1909), Gewitter am Untersee, Rast, Herbstabend, Bl\u00fchender Baum, D\u00e4mmerung, Sonnenkringel im Walde, Waldweg \u2014 diese 1910; Buchenwald, St\u00fcrmischer M\u00e4rztag, Vorfr\u00fchlingsabend (1911) Fr\u00fchling, Allee, Buchenwald, (1912). Sonstige: Wilde Rosen, Mutter mit Kind, der Sammler, Zigeuner, Schimmel, Kabylenmarkt und andere Szenen aus Marokko. <\/p>\n\n\n\n<p>Robert Haag, geboren in Stuttgart 1886, ausgebildet in der hiesigen Akademie bei Poetzelberger, Grethe, Haug, hat sich hier und in Unteraichen niedergelassen. Eine Studienreise nach Holland und Belgien scheint ihm an der See und in den Galerien besonders fruchtbare Eindr\u00fccke hinterlassen zu haben. Andere Studienreisen f\u00fchrten ihn in die Vogesen und das Allg\u00e4u. Bilder: Windm\u00fchle, St\u00fcrmischer Tag, Sommernachmittag (1908); Pappelstra\u00dfe (1910); Kornfelder, Durchbrechende Sonne, Wintersonne, Wiesental (1911); Wintertag, Weiden im Schnee, Waldrand, Morgensonne, Vogesenlandschaft, Ausblick auf den Rhein, Wettertanne, Vorfr\u00fchling, Pappelstra\u00dfe im Winter, F\u00f6hrenwald (1912); K\u00f6rschtal. Haag hat das Zeug zum Landschaftsmaler gro\u00dfen Stils. Er versteht es, einfache Motive anziehend zu gestalten und feine Stimmungen zu erfassen. Auch als Graphiker bet\u00e4tigte er sich, neuerdings besonders in farbigen Radierungen. <\/p>\n\n\n\n<p>August Aldinger ist aus dem Kirchendienste noch zur Malerei in Landenbergers und Haugs Schule \u00fcbergegangen. Als Landschaftsmaler ist er noch ein Suchender, der sich ganz von der Natur leiten l\u00e4\u00dft. Auf dem Burgholzhof bei Cannstatt, der ihm Heimat und Wohnsitz ist, malt er das Ackerfeld mit hohem Himmel und mit dem Pfluggespann in gro\u00dfer Silhouette, das Kornfeld und die Ernte, diese einmal auch in monumentalem Stil, mit ausgesprochener epischer Begabung. <\/p>\n\n\n\n<p>Aus der Malschule von Landenberger und der Komponierschule von H\u00f6lzel ist Martin Nicolaus hervorgegangen, ein Schlesier von Geburt (1887), der sich ganz der schw\u00e4bischen Stimmungslandschaft widmet. Seine Bilder, Aprilwetter, Fr\u00fchlingsabend und Felsental in der Alb, geben unbefangen den fein ausgew\u00e4hlten Natureindruck wieder, ohne Anlehnung an einen neuen Stil oder absichtliches Suchen nach einem eigenen. <\/p>\n\n\n\n<p>Hans und Heinz Niederb\u00fchl sind Br\u00fcder, geb\u00fcrtig von Stuttgart und ausgebildet in der hiesigen Akademie, beide zuletzt bei Haug. W\u00e4hrend der \u00e4ltere sich fast ganz der Illustration zugewendet hat, ist der j\u00fcngere noch als Maler und Radierer, vorz\u00fcglich auf dem Gebiet der Landschaft und des Tierst\u00fccks, in vielversprechender Entwicklung begriffen. <\/p>\n\n\n\n<p>Fritz Hafner, jetzt in Wickersdorf bei Naumburg wohnhaft, betont in der Landschaftsmalerei vorz\u00fcglich das Zeichnerische. <\/p>\n\n\n\n<p>Als junger Maler (und z. T. auch Radierer) sind in diesem Zusammenhang wenigstens zu nennen : Albert Berger, Heinrich Eberhard, Bernhard Klinkerfus, August K\u00f6hler, Hermann Reichert. <\/p>\n\n\n\n<p>Von den Malerinnen des Landes haben sich im Fach der Landschaft Charlotte B\u00fccheier (Reichenbach a. Fils), Elise Dr\u00fcck \u2014 die Gattin des Malers \u2014, Klara Kolb (Ulm), Maria Osthoff-Hartmuth, Hedwig Rau-Mohn, Julie Textor und Sally Wiest ausgezeichnet. Johanna Koch pflegt besonders die Gattung der Stimmungsfiguren in der Landschaft. <\/p>\n\n\n\n<p>Als Graphiker oder Zeichner mit landschaftlichen (und meist auch fig\u00fcrlichen) Arbeiten sind au\u00dfer den schon genannten Maler-Radierern mit Auszeichnung zu erw\u00e4hnen: Karl Fuchs, E\u00dflingen. August Schirmer (geb. 1860), ein Meister in der farbigen Zeichnung f\u00fcr malerische Architekturmotive, sowie die an anderer Stelle besprochenen K\u00fcnstler Heinrich Seufferheld in T\u00fcbingen, Georg Lebrecht, Wilhelm Laage, endlich Gottfried Graf. <\/p>\n\n\n\n<p>Von Steinkopf bis Reiniger ist die Landschaftsmalerei in Schwaben ruckweise, aber ohne R\u00fcckschritt immer weiter gekommen in der Wiedergabe der Natur und insbesondere der farbigen Erscheinung der Dinge. Immer glaubte man sie vollkommen zu beherrschen, und immer wieder gab es junge Unzufriedene, die neue Probleme aufstellten und der Natur von einer neuen Seite n\u00e4herkamen. Immer stie\u00dfen sie anfangs auf Widerspruch oder Gleichg\u00fcltigkeit. <\/p>\n\n\n\n<p>In der Krisis des Naturalismus hat sich die bildende Kunst auf ihre wahren Aufgaben und eigenen Mittel besonnen. Die Malerei braucht sich, dank gerade dem Impressionismus, vor der Photographie und was daran h\u00e4ngt, keineswegs zu f\u00fcrchten. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Farbenphotographie fehlt, von Ausnahmef\u00e4llen abgesehen, der Ton, die einheitliche Farbenstimmung, sie wirkt wie ein schlechtes Gem\u00e4lde. Die Photographie gibt zu wenig an feinen T\u00f6nen und zu viel an Einzelheiten der Form, viel mehr, als das Auge wahrzunehmen pflegt, wenn es sich nur einem k\u00fcnstlerischen Eindruck hingibt. Die Photographie versteht nicht von den Nebensachen abzusehen. Durch Abstraktion aber erreicht die Kunst ihre reinen, starken Wirkungen, formale und seelische. Der Maler kann nicht so weit von der Form absehen wie der Zeichner von der Farbe. Die ganze F\u00fclle der Erscheinungswelt steht ihm zur Verf\u00fcgung, das ist sein Reichtum und die zwingende Illusion der Naturwirklichkeit sein Zauber; aber dieser Reichtum geh\u00f6rt ihm doch auch immer nur zur Auswahl; in der Beschr\u00e4nkung mu\u00df er sich als Meister zeigen. <\/p>\n\n\n\n<p>Heute nun ist es nicht mehr auf vollkommenere Illusion in der bildenden Kunst abgesehen, sondern auf \u201eillusionst\u00f6rende Momente\u201c, auf dekorative Wirkungen. Der Naturalismus ist erlahmt, seine letzte \u00c4u\u00dferung, der Luminismus, hat die \u00dcberzeugungskraft verloren. Der Impressionismus will in Expressionismus umschlagen. Die neue Kunst ist Fl\u00e4chenkunst und will der Raumkunst dienen, aber auch die Farbenwirkung steigern. Sie geht von formalen Motiven aus, von Fl\u00e4chenteilung, Liniensch\u00f6nheit, Gleichgewicht der Massen, Farbenkomposition. Dieser neue Stil der Fl\u00e4chenmalerei mit reinen Farben und farbigen Umrissen zieht auch in die Landschaftsmalerei schon ein. Manche Bilder sehen aus wie Farbenskizzen zu Glasgem\u00e4lden. Und dabei legt sie auch wieder Nachdruck auf bewu\u00dften Inhalt, sch\u00e4mt sich nicht der gegenst\u00e4ndlichen Sch\u00f6nheit und des poetischen Gehaltes. Das Phantastische findet wieder Anklang. Von anderen wird die Form, das Zeichnerische, der Reichtum und die organische Sch\u00f6nheit der Einzelheiten aufs neue gewertet, weil die virtuose Malerei auf Farbenstimmung schon zu billig geworden ist. So werden K\u00fcnstler wie Kornbeck, Thoma und Haider wieder modern, und die altdeutschen Meister werden wieder Vorbild. Das alles bedeutet eine R\u00fcckstr\u00f6mung gegen\u00fcber dem impressionistischen Naturalismus. Wird sich aus dem Chaos noch ein h\u00f6herer moderner Stil herausheben, oder ist die bildende Kunst an einem toten Punkte angelangt? Es fehlt heute die frohe Zuversicht, die die Begr\u00fcndung der deutschen Landschaftskunst, die Erneuerung der \u00d6lmalerei, die Entdeckung der intimen Natursch\u00f6nheit und die Entwicklung der reinen Stimmungsmalerei einst begleitet hat, fehlt das klare Ziel. <\/p>\n\n\n\n<p>Wenigstens der Landschaftsmalerei wird, so m\u00f6chten wir hoffen, das Errungene unverlierbar bleiben, der verfeinerte Farbensinn und die neuerschlossene Welt von gegenst\u00e4ndlicher Sch\u00f6nheit und Poesie, die Empf\u00e4nglichkeit f\u00fcr die intime Landschaft, f\u00fcr tiefe Auffassung einfacher Motive, f\u00fcr die Stimmung in der Natur und f\u00fcr den Ton im Bilde. Wir wissen jetzt, da\u00df die Farben der Dinge nicht ruhende Eigenschaften, sondern wechselnde Lichterscheinungen sind, aufleuchtend in unseren Augen aus dem Dunkel der r\u00e4umlichen Welt. Wo wir fr\u00fcher nichts als Dunkel sahen, sehen wir jetzt Farbe, sehen auch die Schatten aufgehellt von farbigem Licht, sehen die Farben gesteigert und umgef\u00e4rbt durch den Gegensatz der Erg\u00e4nzungsfarben, sehen sie abget\u00f6nt und zusammengestimmt durch die Luft und die Beleuchtung. Wir haben gelernt, die Sch\u00f6nheit der heimischen Natur zu lieben, so reizlos oder bescheiden sie im Sinne der Vedutenmalerei erscheinen mag; und die Gr\u00f6\u00dfe der Natur im Kleinen, Nahen und Allt\u00e4glichen zu verehren. <\/p>\n\n\n\n<p>[Eugen Gradmann: \u201eDie Landschaftsmaler\u201c, in: Julius Baum \/ Max Diez (Hrsg.): Die Stuttgarter Kunst der Gegenwart, Stuttgart 1913, S. 103-130.]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EUGEN GRADMANN: DIE LANDSCHAFTSMALER W\u00fcrttemberg ist ein malerisches Land, nicht nur im \u00e4lteren, sondern auch im heutigen Sinne des Wortes, d. h. nicht nur reich an romantischen Ansichten, sondern auch an Charakter- und Stimmungslandschaften, im Neckarbecken und fr\u00e4nkischen Muschelkalkland mit seinen idyllischen T\u00e4lern, im Albvorland und in den T\u00e4lern und auf der Hochfl\u00e4che der Alb, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.kunststiftung-hohenkarpfen.de\/?page_id=89\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">&#8222;Landschaftsmalerei&#8220; <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":67,"menu_order":1,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kunststiftung-hohenkarpfen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/89"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kunststiftung-hohenkarpfen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kunststiftung-hohenkarpfen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kunststiftung-hohenkarpfen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kunststiftung-hohenkarpfen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=89"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.kunststiftung-hohenkarpfen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/89\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":945,"href":"https:\/\/www.kunststiftung-hohenkarpfen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/89\/revisions\/945"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kunststiftung-hohenkarpfen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/67"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kunststiftung-hohenkarpfen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=89"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}