Kunstmuseum

Ausstellung in derKunstsstiftung

Kunstmuseum Hohenkarpfen – drei Jahrzehnte Ausstellungen zur Kunst des deutschen Südwestens

Das Museum der Kunststiftung Hohenkarpfen liegt am Fuß des gleichnamigen Zeugenbergs inmitten der idyllischen Landschaft des „Karpfener Ländchens“ auf der schwäbischen Hochbaar. Es gilt als ein Kleinod unter den Museen der Region und wird getragen von der Kunststiftung Hohenkarpfen e. V. (Kunstverein Schwarzwald-Baar-Heuberg).

Untergebracht ist das Museum im denkmalgeschützten Ökonomiegebäude des einstigen Meierhofs der altwürttembergischen Herrschaft Karpfen. Durch seine außergewöhnliche Lage in einem Landschaftsschutzgebiet – der 912 Meter hohe Bergkegel selbst ist das älteste Naturschutzgebiet Württembergs – sensibilisiert das Museum den Blick des Besuchers für das Kunstschöne wie für das Naturschöne, für die umgebende Landschaft und Natur, die auf angelegten Spazier- und Wanderwegen erlebt werden kann.

In Ausstellungen und Publikationen widmet sich die Kunststiftung Hohenkarpfen der breitgefächerten Aufarbeitung kunsthistorischer Strömungen des 19. und 20. Jahrhunderts und insbesondere der süddeutschen Landschaftsmalerei. Durch die Ausstellungen, die bisher gezeigt wurden und jährlich 8 000 bis 10 000 Besucher anzogen, konnte sich die Kunststiftung Hohenkarpfen einen über die Region hinausreichenden Ruf als kunstwissenschaftliches Ausstellungsinstitut erarbeiten. Seit dem Jahr 2002 erscheinen die Ausstellungskataloge der Kunststiftung in einheitlichem Erscheinungsbild als eigene Buchreihe, zuerst im Beuroner Kunstverlag (Bd. 1-16, 2002-2011), dann im Belser Verlag in Stuttgart (Bd. 17-28, 2012-2018), seit 2019 im Südverlag in Konstanz (Bd. 29 ff.).

Ausgestellt wurden u. a.:

Hermann Stenner (1891-1914), Albert Weisgerber (1878-1915), Gustav Kampmann (1859-1917), Albert Kappis (1836-1918), Karl Biese (1863-1926), Christian Landenberger (1862-1927), Adolf Hölzel (1853-1934), Julius Exter (1863-1939), Rudolf Levy (1875-1944), P. Willibrord Jan Verkade OSB (1868-1946), Hugo Troendle (1882-1955), Rudolf Schlichter (1890-1955), Karl Caspar (1879-1956), Fritz Steisslinger (1891-1957), Fritz Lang (1877-1961), Maria Caspar-Filser (1878-1968), Wilhelm Geyer (1900-1968), Julius Herburger (1900-1973), Werner Rohland (1899-1974), Carl Roesch (1884-1979), HAP Grieshaber (1909-1981), Peter Jakob Schober (1897-1983), Jakob Bräckle (1897-1987), Alfred Wais (1905-1988), Erwin Henning (1901-1993) und Emil Kiess (geb. 1930).

Zu den glanzvollen Höhepunkten zählen folgende Ausstellungen, die zum Teil in Kooperation mit regionalen und überregionalen Museen, mit den Städten und Landkreisen der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg und mit den benachbarten Kantonen veranstaltet wurden.

Die Überblicksausstellung „Südwestdeutsche Kunst zwischen Tradition und Moderne 1914-1945“ leistete erstmals eine Zusammenfassung maßgeblicher künstlerischer Positionen dieser Zeitspanne. Im Austausch mit der im Kunstmuseum Hohenkarpfen gezeigten Ausstellung „Malerei der zwanziger und dreißiger Jahre in Sachsen“ war sie auch im Albertinum in Dresden zu sehen.

„Südwestdeutsche Maler in Paris“ lautete der Titel der Ausstellung, die mit Werken der sechs ausgewählten Künstlern Otto Laible, Rudolf Levy, Hans Purrmann, William Straube, Albert Weisgerber und Emil Rudolf Weiß einen reizvollen Einblick in die regional/überregionale Kunstgeschichte um 1900 gab. Die Einflüsse der in Paris zu dieser Zeit virulenten Kunstströmungen auf die Malerei der südwestdeutschen Künstler ließ sich anschaulich vermitteln.

Im Zentrum der Ausstellung „Stillleben südwestdeutscher Maler 1900-1950“ standen zwanzig Werke von Wilhelm Schnarrenberger und mehr als zehn Arbeiten von Maria Caspar-Filser. Emil Rudolf Weiß, Hans Purrmann, Paul Kleinschmidt, Hermann Stenner, Alfred Lehmann und Alfred Wais waren mit drei bis sechs Gemälden vertreten, je ein Stillleben von Otto Dix und Annemarie Heinrich bereicherten die Präsentation.

Kostbare Zeichnungen und Radierungen von Wilhelm Leibl waren das Herzstück der Ausstellung „Inspiration Ammersee“ mit Werken von zwanzig Künstlern, die sich von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Jahrhundertwende von der Landschaft des Münchner Umlandes inspirieren ließen.

Mehr als 150 Exponate, Gemälde und Graphiken, wurden für die Ausstellung „Landschaft im Fluss“ zusammengetragen, die das Landschaftsbild der oberen Donau aus fünf Jahrhunderten präsentierte und ein fulminanter Publikumserfolg war.

Internationale Beachtung fand die Ausstellung „P. Willibrord Jan Verkade – Künstler und Mönch“, die gemeinsam mit der Erzabtei St. Martin zu Beuron veranstaltet wurde. Es war die bisher umfassendste Ausstellung zum Werk des weltläufigen Malermönchs.