Bewegte Landschaft – Tanzen mit der Wirklichkeit
26. Juli bis 8. November 2026
Landschaft ist kein fester Ort, sondern ein Verhältnis: zwischen dem eigenen Blick und dem, worauf er fällt. Mit der neuen Ausstellung Bewegte Landschaft – Tanzen mit der Wirklichkeit lädt die Kunststiftung Hohenkarpfen e. V. dazu ein, diesen vertrauten Begriff neu zu denken.

Seit über vierzig Jahren sammelt die Stiftung Landschaftsmalerei aus dem deutschen Südwesten, geprägt von den Akademien in Karlsruhe, Stuttgart und München. Sanfte Hügel, Streuobstwiesen, Felder und Wälder, das wechselnde Licht über den Höhen des Schwarzwalds: Zahlreiche Werke der Sammlung zeigen vertraute Motive der Region – und zugleich, wie Künstlerinnen und Künstler ihre Umgebung wahrgenommen und gedeutet haben. Lange dicht an dicht präsentiert, als bewusstes Bekenntnis zur Sammlung und ihrer regionalen Verankerung, wird dieser Blick nun noch einmal aufgegriffen und erweitert: in einen Dialog mit zeitgenössischen Positionen, die den Landschaftsbegriff aus ganz unterschiedlichen Richtungen befragen. Die Ausstellung versteht sich dabei als ein Parcours der Wertschätzung – für das Kunstschöne wie das Naturschöne.
Im Zentrum dieses Dialogs steht ein selten gezeigtes Werk von Otto Dix (* 1891 in Gera, † 1969 in Singen): Bodenseelandschaft mit Regenbogen (1939), eine Leihgabe des Zeppelin Museums Friedrichshafen, entstanden in jener Schaffensphase, die der Künstler nach Malverbot und Verlust seiner Dresdner Professur in Hemmenhofen am Bodensee verbrachte – fernab der Großstadt, in alten Maltechniken, mit neuem Blick auf Heimat.
Takehito Koganezawa (*1974, Tokio) entwickelt vor Ort neue Zeichnungen nach dem Prinzip des surrealistischen „Cadavre Exquis“ und führt sie in einer Videoarbeit fort – ein Prozess, in dem Landschaft nicht als feste Form, sondern als fortwährende Bewegung entsteht.
Gabi Schillig (*1977, Coburg) bespielt den Raum mit einer textilen Installation aus 19.000 Metern verwobener Fäden sowie mundgeblasenen Glasobjekten aus Japan. Ihre Arbeiten verstehen Landschaft nicht als Bild, sondern als körperliche Erfahrung – Berührung, Atmosphäre, Bewegung.
Franz Erhard Walther (*1939, Fulda) zeigt mit Proportionen Nr. 51 – für 4 Personen eines seiner legendären „Objekte zum Benutzen“: eine Arbeit, die erst durch aktive Beteiligung des Publikums vollständig wird. Handlung als Skulptur. Eine Ausstellungskopie steht zum eigenen Erleben bereit.
Die Ausstellung versammelt damit vier sehr unterschiedliche Annäherungen an ein gemeinsames Thema – und macht sichtbar, dass Landschaft nie nur gesehen, sondern immer auch erfahren werden will. Kunstbetrachtung braucht Zeit. Und Landschaft auch.
Herzliche Einladung zur feierlichen Eröffnung
der Ausstellung Bewegte Landschaft – Tanzen mit der Wirklichkeit
am 26. Juli 2026 ab 11 Uhr im Kunstmuseum Hohenkarpfen.
Programm
11 Uhr
Eröffnung im Brunnenhof des Hofgut Hohenkarpfen
Es sprechen:
Susanne Ritzi-Mathé, Vorstand Kunststiftung Hohenkarpfen e. V. Miriam Hausner, Ausstellungsleitung
danach Gespräche in der Ausstellung
Franz Erhard Walther
Handlung als Skulptur in der Landschaft
13 Uhr
Gabi Schillig
Aktivierung in der Landschaft
mit Elizabeta Uvalic, Siyao Huang, Yiwen Tang, Jiahui Shi (Studierende des Instituts für Musik und Bewegung / Rhythmik der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen; Ltg. Prof. Dr. Dierk Zaiser) und Tini Aliman, Klanginterventionen
14 Uhr
Takehito Koganezawa
Performance in der Ausstellung
Im Anschluss an die Eröffnung besteht Gelegenheit zum individuellen Mittagessen.
Ausstellungsdauer:
26. Juli bis 8. November 2026
Öffnungszeiten:
Donnerstag bis Sonntag und an Feiertagen von 14 bis 18 Uhr
Führungen:
14. August 2026, 16 Uhr
18. September 2026, 16 Uhr
16. Oktober 2026, 16 Uhr
weitere Führungen nach Vereinbarung
Finissage:
8. November 2026
