Aktuelle Ausstellung

Christian Landenberger – Landschaftsimpressionen und Figurenkompositionen

30. Mai bis 1. November 2020

Die Kunststiftung Hohenkarpfen zeigt im Jahr 2020 eine breite monographische Ausstellung über den bedeutenden süddeutschen Impressionisten Christian Landenberger (Ebingen 1862 – 1927 Stuttgart). Er gilt als Begründer der schwäbischen Freilichtmalerei.

1. Plakat mit der ursprünglich geplanten Ausstellungsdauer. Inzwischen wurde die Ausstellung verlängert von 30. Mai bis 8. November 2020.
Plakatmotiv: Christian Landenberger, Nun adé, du stilles Haus, 1897, Kunstmuseum Albstadt, Schenkung Dr. Hans Landenberger, Photo (c) Niels P. Carstensen

Zu sehen sind knapp 60 Gemälde von Christian Landenberger aus dem Bestand des Kunstmuseums Albstadt, aus öffentlichem und privatem Besitz, ergänzt um ausgewählte Werke von Friedrich von Keller, Hermann Stenner und Karl Caspar aus der Sammlung der Kunststiftung Hohenkarpfen und des Kunstmuseums Albstadt. Eine Bronzebüste Christian Landenbergers konnte in Vorbereitung der Ausstellung neu dem Stuttgarter Professor und Bildhauer Ulfert Janssen (1878–1956) zugeschrieben werden.

Das Werk Christian Landenbergers entfaltete sich zwischen Landschaftsimpressionen und Figurenkompositionen. Nach einer Lehrzeit an der Stuttgarter Kunstschule studierte er seit 1883 an der Münchener Akademie der Bildenden Künste, einem der bedeutendsten Kunstzentren seiner Zeit, von wo der deutsche Impressionismus seinen Ausgang nahm. Als Gründungsmitglied der 1892 gegründeten Münchener Secession zählte er bald zu den anerkannten Vertretern der neuen Freilichtmalerei in Deutschland und wurde 1905 Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.

Christian Landenberger, Selbstbildnis im Atelier, 1912. Im Hintergrund auf der Staffelei und spiegelverkehrt das in der Ausstellung zu sehende Gemälde „Auf der Empore“ (1912)

Frühe Interieurstudien zeigen, von Leibl kommend, seine Annäherung an die Darstellung des natürlichen Lichts. Wie ein programmatischer Auftakt wirkt die bereits 1883 auf der Reise nach München entstandene Freilichtstudie badender Knaben an einem Bach. In der Folge studierte er, wie Corinth, Slevogt und vor allem Liebermann, unermüdlich die Wirkung des Lichts auf die Oberfläche der Körper und deren Zusammenklang oder Gegenspiel mit der umgebenden Natur. Ähnliche Probleme behandelte er bei Innenraumdarstellungen mit weiblichen Modellen.

Christian Landenberger, Blick über den Ammersee, 1916, Privatbesitz

Seine Motive fand er seit 1894 vor allem am Ammersee, aber auch an der oberen Donau und am Bodensee. Aufenthalte an der holländischen Nordsee 1911 und 1912 sowie 1926 auf Sylt erschlossen ihm neue Strand- und Dünenmotive. Die Faszination von Lichtreflexen und fein differenzierten Farbwerten bei gleichzeitig breitem Pinselduktus führte in seiner Landschaftsmalerei zu einem weitgehenden Verzicht auf erzählerische Details. Die Darstellung der landschaftlichen Weite, der Wandel von Atmosphäre und Stimmung werden zum Zeugnis des unmittelbaren, malerisch-sinnlichen „Augenerlebnisses“ in der Natur.

Um 1910 widmete sich Landenberger zunehmend in Atelierbildern und Figurenkompositionen literarischen und vor allem biblischen Stoffen. Zugleich setzte er sich in ihnen mit alten Meistern und mit Zeitgenossen, wie Franz von Stuck, Karl Caspar und Albert Weisgerber, auseinander. Traten auch hier erzählerische Momente in den Hintergrund, so allerdings Monumentalität und Pathos der Figur in den Vordergrund. In Figurenkomposition wie Landschaftsimpression wird Landenbergers Malerei zu einem Ereignis auf der Leinwand.

Die Ausstellung wird gefördert von der Privaten Stiftung Ewald Marquardt für Wissenschaft und Technik, Kunst und Kultur, der Aesculap AG, der Kreissparkasse Rottweil, der Kreissparkasse Tuttlingen, der Sparkasse Schwarzwald-Baar und dem Regierungspräsidium Freiburg.

Einen Infoflyer als PDF-Datei zur aktuellen Ausstellung finden Sie hier

Die angekündigte Ausstellungseröffnung am Sonntag, 5. April 2020 entfällt – Infoflyer zur Ausstellungseröffnung

Neben Plakaten und Postkarten ist eine Auswahl an Publikationen über Christian Landenberger im Rahmen der Ausstellung erhältlich. Sprechen Sie uns gerne an.

Ausstellungsdauer: 30. Mai bis 1. November 2020
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag und Feiertage von 13.30 Uhr bis 18.30 Uhr
Kunsthistorische Führungen: Jeden Mittwoch und am 1. Sonntag des Monats um 17 Uhr und um 17.45 Uhr. Bis auf weiteres ist eine Anmeldung erforderlich.