Aktuelle Ausstellung

Kunst und Natur – Schwäbische Landschaftsmalerei zwischen Empfindsamkeit und Realismus

31. Juli bis 6. November 2022
Zur Ausstellung erscheint im August 2022 eine Begleitpublikation als Band 32 in der Buchreihe der Kunststiftung Hohenkarpfen im Gmeiner-Verlag. Auf dem Umschlag Maria Caspar-Filser: Blick in den Garten, 1930, Öl auf Leinwand, Dauerleihgabe Gruppe Wüstenrot & Württembergische, Sammlung Kunststiftung Hohenkarpfen, Photo: Roland Sigwart / Kunststiftung Hohenkarpfen (Detail), (c) Köster – VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Die Kunststiftung Hohenkarpfen zeigt mit dem Beginn der Sommerferien eine umfangreiche Überblicksschau zur Schwäbischen Landschaftsmalerei des 19. und 20. Jahrhunderts mit vielen bekannten Namen.

Die Ausstellung Kunst und Natur zeigt einen frischen Blick auf die Strömungen und Perspektiven der süddeutschen und insbesondere schwäbischen Landschaftsmalerei im 19. und 20. Jahrhundert – zwischen Empfindsamkeit und Realismus. Naturverbundenheit, Sentiment und lyrische Stimmung, Pleinairismus und ungeschönter Realismus, verknappte Darstellung der gegenständlichen Welt bis hin zu einer letzten Einfachheit charakterisieren die fortlaufende Aneignung und Transformation der Wirklichkeit.

Die Sammlung der Kunststiftung Hohenkarpfen erhielt in den vergangenen Jahren bedeutende Schenkungen und Dauerleihgaben, so aus den Sammlungen Burgdorf und Wüstenrot & Württembergische, die mit ausgewählten Werken vorgestellt werden. Sie werden kontextualisiert durch zahlreiche Exponate aus Privatbesitz. So gibt die Ausstellung zugleich einen seltenen Einblick in die Sammlung Christoph Seeger, die vor allem der schwäbischen Malerei gewidmet ist.

Jakob Grünenwald: Die Kinder des Künstlers, 1866, Öl auf Leinwand, Sammlung Christoph Seeger, Photo: Roland Sigwart / Kunststiftung Hohenkarpfen

Zu sehen sind u. a. Werke von Jakob Grünenwald, Friedrich von Keller, Wilhelm Trübner, Anna Peters, Christian Landenberger, Karl Caspar, Max Ackermann, Maria Caspar-Filser und Reinhold Adt. Ihre Werke zeigen nicht nur ein malerisches Land, die nostalgische Liebe zur heimischen Landschaft und zur versinkenden dörflichen Alltagswelt, sondern reflektieren auch die Werte des Naturschönen und Kunstschönen.

Fritz Lang: Alblandschaft mit Buche, 1948, Öl auf Malplatte, Dauerleihgabe Gruppe Wüstenrot & Württembergische, Sammlung Kunststiftung Hohenkarpfen, Photo: Roland Sigwart / Kunststiftung Hohenkarpfen

Schon der Landeskonservator und Kunsthistoriker Eugen Gradmann behauptete 1913: „Für eingefleischte Schwaben ist es ausgemacht, daß ein schwäbischer Landschaftsmaler sein Bestes immer bei der schwäbischen Landschaft gäbe.“ Und lieferte die Begründung dafür gleich mit: Denn „Württemberg ist ein malerisches Land, nicht nur im älteren, sondern auch im heutigen Sinne des Wortes, d. h. nicht nur reich an romantischen Ansichten, sondern auch an Charakter- und Stimmungslandschaften […].“

Zur Ausstellung erscheint eine begleitende Buchpublikation im Gmeiner-Verlag in Meßkirch. In den Katalogbeiträgen berichtet u. a. der Sammler Christoph Seeger launisch plaudernd über das Leben als „Seeger und Sammler“. Die Kunsthistorikerin und Erziehungswissen-schaftlerin Andrea Dreher zeigt am Beispiel von Ida Kerkovius und Jakob Bräckle die prägende Kraft der Kunst für Künstler „von Kindesbeinen an“. Kustos Mark R. Hesslinger skizziert entlang der Ausstellung Kunst und Natur die Schwäbische Landschaftsmalerei zwischen Empfindsamkeit und Realismus. In weiteren Beiträgen über Karl Caspar, Maria Caspar-Filser und Fritz Lang erkundet er die Schicksale der Bilder und ihre versteckten Botchaften.

Friedrich von Keller: Im Eisenhammer, 1887, Öl auf Leinwand, Dauerleihgabe Burgdorf GmbH & Co. KG, Sammlung Kunststiftung Hohenkarpfen, Photo: Roland Sigwart / Kunststiftung Hohenkarpfen

Die Ausstellung wird gefördert von der Privaten Stiftung Ewald Marquardt für Wissenschaft und Technik, Kunst und Kultur, der Aesculap AG, der Kreissparkasse Rottweil, der Kreissparkasse Tuttlingen, der Sparkasse Schwarzwald-Baar und dem Regierungspräsidium Freiburg.

Ausstellungsdauer: 31. Juli bis 6. November 2022
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag und Feiertage von 13.30 Uhr bis 18.30 Uhr
Kunsthistorische Führungen: Jeden Mittwoch um 17 Uhr und am 1. Sonntag des Monats um 16 Uhr.